Friday, 15 November 2019

Friede - Shalom - Salam

themba (hoffnung)  |  thanda (liebe)  |  thula (friede)
Lyrik im Quadrat: Fragmen(t)sch - Ganzendent - Eleminend (Trilogie: RelatioValenz)



“Und es soll geschehen, an dem Orte, wo es hieß, ihr seid nicht mein Volk, da werden sie Kinder des lebendigen Gottes heißen.“ 
(Roemer 9, 26)
 
Neu:  Kunst-Postkarten-Kollektion Jona und David (2020)
Illustration: Adél Kovács-Ehret | Text: Simon Felix Geiger
Illustration: Adél Kovács-Ehret | Text: Simon Felix Geiger


Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

nach intensiven 12 Jahren Wortschürferei und Wachsen im Prozess des lebenslangen Dazulernens, Fehlermachens, Scheiterns und Neuaufstehens, gilt es für mich, in ganz besonderer Weise, zurück zu blicken auf das was war, was ist und was womöglich noch kommen wird. Im Jahr 2007 habe ich mit "Auf zu neuen Ufern" mein erstes Gedicht geschrieben. Erfüllt und (nach 5 Jahren Engagement in der Flüchtlingsarbeit) auch erschöpft, spüre ich langsam mit Dankbarkeit und Zufriedenheit, dass mit meinem letzten Lyrikband "eleminend" (2019) ein intensiver  Lebensabschnitt rund geworden und meine poetische Saat endlich ausgebracht ist. Die Worte und Gedanken sind frei und ich bin einfach nur froh, dieses "Joch" des Schreiben-Müssens nicht mehr tragen zu müssen:

#Kommentarlos-an-den-Dingen: Sein!

Die sechs Gedichtebände "StigmaVerziert, UnsinniVersum, BallastVerlust, Fragmen(t)sch, Ganzendent und Eleminend" sind mein lyrisches Lebenswerk und der Versuch, Lebens- und personal-relationale Gott-Mensch und Mensch-Mensch Begegnungen in der Seele-Geist-Leib-Dynamik ins Wort zu bringen. Anfangs noch undefinierter, zusehends konkretisierter auf die christliche Hoffnung in Jesus Christus hin. Eine Hoffnung, die auf einen sich-hingebenden, uns in unserer Verlorenheit suchenden, nachgehenden und rettenden Gott ausgerichtet ist. Einen guten Hirten, der gekommen ist, um zu suchen und zu retten, was verloren ist (Lukas 19, 10). Ich bin der Auffassung, dass das "Gespräch" zwischen Gott und Mensch in menschlichen Worten irgendwann an sprachliche Grenzen kommt, und das unaussprechliche Geheimnis, die Tiefe der Erkenntnis Gottes (von Menschen) niemals ausreichend in Worten ausgedrückt werden kann und dennoch sind meine Gedichte ein dialogischer Versuch, Fragen, Zweifel, Gefundenes und Noch-Offenes ins Wort zu bringen. Unvollständig und doch hoffnungsfroh nach Neuem schürfend. Wir erkennen fragmentarisch nur in Bruchstücken und meine Worte sind nur eine Perspektive unter vielen:

Jesus Christus rettet! 

#ER-ebn-et-und-segn-et #vollkommen-gemacht-in-Jesus-Christus-durch-Gnade

Christlich-undogmatische Hoffnung (als ein von Gott im eigenen Herzen fest gemacht werden (Einmittung und Errettung - aus Gnade (von Gott her) auf Hoffnung hin) und konkretisiert im tätigen “Handeln und Wandeln“ im Geist in den vorbereiteten Werken - Gerechtigkeit konkret am Nächsten tun) ist für mich in den letzten Jahren in einer ganzheitlich-freimachenden, und auf Jesus Christus hin konkretisierten Form, als Hoffnung und Halt sehr wichtig geworden. Das schließt persönliches Leiden wie auch das Mitleiden mit anderen Menschen nicht aus, sondern es gehört mit dazu. Wir leiden mit und werden mitverherrlicht. Als Christinnen und Christen weichen wir der Schuldfrage und der Frage nach menschlichem Leid nicht aus. Wir reden es auch nicht schön, nein, wir halten es mit aus ohne immer die korrekte Erklärung zu wissen. Manches Leid ist so schlimm, dass nur das Schweigen und mit-da-bleiben hilft. Wie die Frauen - unterm Kreuz.

Doch wir wissen auch um ein "darüber hinaus" (Ewigkeitsperspektive und Auferstehung). Denn in der Gnade und Erkenntnis Gottes (in Christus im Herzen, geheiligt im Heiligen Geist und das Wahre und Gute konkret tun) inwendig zu wachsen, darauf zielt gelingendes Leben und das zeigt auch auf, dass wir noch nicht vollkommen am Ziel (bei Gott/ Zuhause in der himmlischen Welt) angekommen sind, sondern das es durchaus noch konkret im eigenen Lebensvollzug, im Alltag, am und mit den Nächsten (realitätsnah) was zu tun gibt: Gerechtigkeit und Liebe üben. Immer wieder neu anfangen, den eigenen Lebenswandel überprüfen, ggf. korrigieren und neu ausrichten: Fröhlich sein - und im Kleinen Gutes Tun! Im Dazwischen. Zwischen Güte und Strenge, zwischen dogmatisch-hohen Häusern untersch. Couleur sowie Denk-Mauern der Menschen, in den Zwischenräumen und Gassen; auf der Straße, zwischen Resgination und Fanatismus, klar, kompetent, salzig und nah bei den Menschen, gemäß der eigenen Veranlagungen und Talente:

Denn dafür hat Gott in uns bestimmte Charismen (Gaben, Talente, Berufe und Berufungen) angelegt, die es zu entdecken und weiter, mit unserer Persönlichkeit zu entwickeln und zu entfalten gilt, um in konkret-tätiger Selbst- und Nächstenliebe auch andere Menschen in unterschiedlichen Kontexten und Lebensphasen "anzustecken" mit der Frohen Botschaft (der Tod ist überwunden) sie in Liebe zu erinnern, zu ermahmen und zu ermutigen, Gottes Liebe und Güte näher kennenzulernen und "tiefer hineinzufinden" in die heilige(nde) Gemeinschaft (Kommunio) mit Ihm.

Meine mir mitgegebne Gnadengabe sind Gedichte, die ich hier und in Begegnungen und in persönlichen Gesprächen für Suchende und Interessierte zur Verfügung stelle. Nachdem ich seit vielen Jahren innerliche Kämpfe in meinem Herzen und in meiner Seele hatte (Gemütskrankheit: Seelische Störung), wurde ich vom guten und barmherzigen Hirten wie “gefunden, berührt und mit neuem, wirklich lebendigen Leben beschenkt“ (von ihm her) und, wie soll ich sagen, ich empfinde mich inwendig heute einfach als geistlich geheilt und eingemittet (ganz, heil, selig), trotz manchen Ängsten wie Höhen und Tiefen. Außerdem spüre ich seit Herbst 2017 (geistliche Erfahrung in Bad Boll/ ev. Akademie/ nach intensivem, vorangegangenem Bibelstudium und dem Abschluss von eleminend) zwei glühende Punkte in der Brust. Wie hinein verankert in meine Seele. Damals habe ich (nach intensivem Bibelstudium) Jesus Christus als Retter wirklich angenommen und zum ersten Mal vom Herzen her verstanden was es bedeutet, dass er auch für mich gestorben ist und was das für ein transpersonal-befreiender Liebesakt das war (personaler Aspekt). Es war wie wenn das Evangelium mir wirklich aufgegangen wäre und, ja, die Gnade hat mich beschenkt.

"Niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde." (Joh 15,13).

Eine mutmachende Geschichte, wie wir Wandlung durch die persönliche Begegnung mit Jesus erfahren können, finden wir im Gleichnis von Zachäus. Ein Gleichnis welches mich einmal in einer Phase der Resignation, Scham und Angst sehr angesprochen und befreit hat. Hier auch für Euch online gestellt als neue und freie Interpretation - hinein in unsere Zeit:

  

Nicht immer, aber manchmal spüre ich es inwendig auf der "anderen Ebene" in mir glühen (z. B. bei Gottesdiensten oder bei speziellen Begegnungen mit Menschen, die mir konkret im Leben begegnen). Zuvor hatte mir inwendig immer "wie etwas gefehlt" und dann wurde mir "etwas Lebendiges geschenkt". Seitdem fühle ich mich inwendig vollständig, höre "wie neu, ganz frisch und in der Wirklichkeit" und habe einfach innerlich Freiheit und Frieden erlangt. Das eigene Denken und Grübeln ist nicht so relevant (ER hat gute Gedanken über uns) wie wir meinen, das Behüten des Herzens ist viel wichtiger! Die Liebe ist das Kernstück des Evangeliums, und alles Handeln und Ausrichten sollte sich daran orientieren. Es geht letztlich nicht um Kirchendogmen, Vorschriften, Regeln, sondern um konkretisierte, personale, öffnende, einladende: Liebe.


 sanfte Einladung

   Gott ist die Liebe
   gibt sich für uns hin
   Gott ist die Liebe
   Zuversicht und Frohsinn
   Gott ist die Liebe
   ohne Zwang ohne Muss
   Gott ist die Liebe
   ein Streicheln ein Kuss

   Gott ist die Liebe
   fällt auf ist verrückt
   Gott ist die Liebe
   sie will nur dein Glück
   Gott ist die Liebe
   lachenden Munds -
   sanft und einladend
   schenkt sie sich uns

Simon Felix Geiger, Freiburg 2020


Biblisch gesprochen: “Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade (Hebräer 13). Und neben dem Fest-Werden des Herzens, ich spreche auch vom "eingemittet werden" (durch Gottes Gnade: Geschenk), gibt es auch die Empfängnis des Heiligen Geistes, die Heiligung im Geiste sowie den konkreten, praktischen Lebenswandel, den es (immer wieder neu) zu korrigieren und gottgemäß auszurichten gilt (für Vollkommene = feste Speise). Wir leben noch im Fleische, haben aber Christi Sinn im Geiste und das bedeutet auch konkret in unserem Leben in Wort und Tat Jesus Christus bezeugen und uns nicht für das Evangelium zu schämen, wo notwendig auch Schuld eingestehen, Busse tun und neu auf Gott hin ausrichten! Der christliche Glaube weicht der eigenen Sündhaftigkeit, Schuld und menschlichem Versagen nicht aus und eröffnet eine wirkliche, eine tragende Perspektive aus dem Leiden hinaus - ins ewige Leben.


Nun möchte ich das inwendig Erlebte natürlich weitersagen und weitertragen und im eigenen Leben weiter den Menschen in meiner Nähe einfach konkret Gutes tun und andere Menschen mit der Frohen Botschaft (das Reich Gottes ist mitten unter uns) anstecken. Ohne Zwang und ohne Druck oder Dogmen, die niederdrücken und Menschen kleinhalten wollen, doch klar, konkret und kompetent (Salz und Schärfe) im Hier und Jetzt:

Meine Begegnungen, Gespräche und Erfahrungen der letzten Jahre habe ich, in Gedichten verdichtet, fragmentarisch versucht auszudrücken. Ich habe einfach seit zwölf Jahren immer weiter geschrieben und am Schluss des Prozesses hat mich Gott zur Erkenntnis von Jesus Christus geführt und durch seine Gnade inwendig reich beschenkt. Und weil ich das alles umsonst als Hörender empfangen habe, gebe ich es hier auch umsonst weiter. Mein Christus-Zeugnis in sieben Worten:

ERrettet dichtragend bejahend vergebend belebend 
haltgebend heilspendend nieendend

Die Botschaft vom Kreuz

Doch natürlich sind wir zwar schon unterwegs und doch noch nicht am Ziel, sondern seufzen noch in unserem irdischen Leib und leben in einer fragilen, gefährlichen sowie unheil-zerbrochenen Welt. Das Paradies ist das hier noch nicht, es gibt Raum nach oben, und wir leben ewigkeitsbezogen: Die Welt und auch der Tod hat nicht das letzte Wort. Darum gilt es weiter zu laufen, neuen Mut zu fassen, selbst weiter zu kommen und auch Andere (Schwächere, Abgehängte, Suchende, Zweifelnde) im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu unterstützen und hinein zu ziehen in das Reich Gottes: "Ändert Euer Leben und glaubt dem Evangelium" - dieses Duo gehört zusammen!

Generell gehört jedoch dabei dazu: Gütig bleiben und offen, nicht fanatisch werden und mit moderaten Kräften und Menschen guten und gemäßigten Sinns gegenüber (die die demokratisch-liberale Grundordnung achten) und sich selbst nicht dauerhaft völlig in der eigenen (Ego-)Echokammer von der "gefährlichen Welt und den bösen Menschen" und ihrem Treiben abschotten und über-ängstlich in Angst und Sorge verschließen (im eigenen Saft sitzen). Denn aus der Isolation heraus (in Kombination mit Ängsten und Sorgen) entstehen oft Gedankenschleifen, Zweifel, Verschwörungsideen, wahnhafte, überhöhte kognitive Verzerrungen etc. Wir können nicht (auf Dauer) für uns alleine bleiben, wir brauchen die anderen Perspektiven, Kontakte und aktivierende Impulse. Es geht nicht um die eigenwillig-verborhte selbstzentrierte Verteidigung der eigenen Weltvorstellung und der Denkgebäude im Kopf, sondern darum, sich einander - vom Herzen her kommend - zu öffnen: Ins wirkliche Gespräch zu kommen. Denn der eine hat das, was dem Anderen fehlt. So geht es weiter... Gemeinsam dem Frieden mit allen Menschen (gemäßigten und gütigen in die Zukunft gerichteten Sinns) - nachjagen!

Und dieses Nachjagen ist etwas aktives: Wir sind schon unterwegs, doch noch nicht am Ziel! 

Spirituell-einseitig-verente Totalitäts-Fanatiker (egal welcher Weltanschauung), toxisch-verletztende Narzissten und beratungsresistente Extremisten meide ich zukünftig jedoch, da habe ich durch einige Kontakte in den letzten zwei Jahren einfach zu viele ungute, emotionale Berührungspunkte und massiven, sozialen Stress gehabt (Freimaurer, Esoteriker, fanatisch-wahnhafte, meine Grenzen nicht respektierende Elite-Leistungs-Menschen, etc.). Man kommt im Leben im Prozess des Erwachsenwerdens an den Punkt, an welchem man sich klar und radikal von bestimmten (extremen, totalitären, fanatischen od. faschistischen (links wie rechts)) Denk- oder Glaubensrichtungen abgrenzen muss, um nicht selbst mit hineingezogen und emotional angesteckt zu werden. Die Güte und Liebe ist sanft, einladend und sich hingebend. Extremismus, Terror, Rassenwahn, Anarchie, usw. sind in einer wehrhaften Demokratie abzulehnen. Denn die viel gelobte und oft besungene "Toleranz" beinhaltet auch die Freiheit, klar, radikal, scharf und direkt Positionen wehrhaft abzuweisen, Widerstand zu leisten, und extremistische Haltungen zu hinterfragen, aufzubrechen, zu sezieren und auch, wo möglich, sie einladend wieder (für Gespräche) zu öffnen.

Text: Simon Felix Geiger, Freiburg 2020

Ich habe keinen Lehrauftrag und bin auch kein Prophet. Ich habe allerhöchstens ein ängstliches Hirtenherz und einen Hang zum Hinterfragen und Texten. Diese Ausdrucksstärke setze ich hier gerne für Interessierte ein, um verengtes Denken aufzubrechen und eine relational-(trans-)personal-ganzheitliche Deutung des Evangeliums im 21. JH zu finden. Es ist wichtig, dass wir das Evangelium in einer undogmatisch-weit-und-ganzheitlichen Pluralität (vier Evangelien, Apostelbriefe, Konzile, Kirchengeschichte, Heilige, Widerständler gegen das NS-Regime wie Bonhoeffer, usw.) betrachten, und radikal-einseitigen Stellen andere radikal-einseitige Stellen entgegen halten, um dadurch in ein wohltuend-katholisch-mittig-zentriertes "sowohl als auch" (et-et) hineinzufinden. Wie bei einer Brücke sozusagen, die von zwei Seiten zugänglich ist, da es sonst zu einseitig verengt wird und bspw. ein Satz wie "müht Euch mit Furcht und Zittern" auch eines entgegengesetzten Satzes bedarf wie "sorgt Euch um nichts" (sowohl als auch). Die Super-Anstrengung braucht den Müßiggang als Korrektiv, der Taugenichts, den Workaholic, usw.

Je mehr man sich damit befasst, desto klarer wird, dass das katholische et-et näher dran bzw. allumfassender und leichter ist, als das singular-evangelisch-scharf-verantwortungslastige solus. Doch auch hier braucht es ja dann (inklusiv gedacht) auch wieder beides: Das Wort Christi ist und bleibt herausfordernd und anstössig. Es bricht auf und entzündet in gesalzener Schärfe und entzieht sich dennoch im Letzten unserem Verfügbar-Machen- und Haben-Wollen.

Das Wort Gottes ist Salz, Schwert und Schärfe!

Ich bin evangelisch aufgewachsen und geprägt und doch war mein Glaubensweg und meine Sehnsucht eher katholisch. Sowohl als auch. Die ritualisierte Liturgie sowie die Weite und Sinnlichkeit wie auch die klare Ordnung haben mich immer angesprochen. Die Macht-Fülle und -Verstricktheit mit den Mächtigen dieser Welt (auch das widerstandslose Versagen in der NS-Zeit) sowie die eng-konservative Sexualmoral haben mich jedoch eher abgeschreckt. Ich ziehe keine konfessionellen Grenzen mehr, das ist Schwachsinn im plural-gobal-säkularen 21. Jahrhundert.
Es gibt keine über- oder unterlegene Konfession/ Religion, wie es auch keine über- oder unterlegene Rasse oder absolute Wahrheiten gibt. Wir haben die Wahrheit nur in irdenen und zerbrechlichen Gefäßen, wie wir auch den Schatz des ewigen Lebens in uns tragen und doch noch der letzten Erlösung unseres Leibes harren. Absolutsetzungen gilt es - in einer Demokratie - zu relativieren. Doch es gibt, so habe ich es erfahren und erlebt, die Not-Wendigkeit des persönlichen Errettetwerdens! "Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!" (Apostelgeschichte) Das finde ich einen Knackpunkt: Das Heil des Menschen wird ihm von Gott geschenkt! Der Mensch empfängt als Bedürftiger (Empfänger), Gott beschenkt überreich (Sender). Aus und in Liebe.
Gott ruft uns ins Dasein, begleitet und beschenkt uns und - durch alle Düsterzeiten und gottfern-verzweifelte Karfreitage hindurch - gilt. "Ich bin bei Euch - bis an der Welt Ende!" Der Kern der Frohen Botschaft ist das Erlösungswerk am Kreuz. Gott hat dadurch den Zugang zu Gott wiederhergestellt und durch Jesu Glauben und durch Sein Werk werden wir wirklich frei.
Durch eine intensive Auseinanderstzung mit eigenen Männlichkeits- wie Weiblichkeitsvorstellungen habe ich auch noch mal neu einen Zugang zu Maria, der Mutter Jesu gefunden. Mich fasziniert, wie intim Sie mit Gott geworden ist bzw. wie tief Sie in ein Ja zu Gott gefunden hat und wie sie Gott empfangen, geboren und bis ans Ende mit Jesus unterm Kreuz ausgeharrt hat. Es waren die Frauen, die bis ans Ende "unterm Kreuz" ausgeharrt haben, als die Jünger, allen voran Petrus, in Angst und Verzweiflung geflohen waren. Ihnen ist Jesus auch als erstes begegnet nach seiner Auferstehung.


Was kann das für Kirchen in Deutschland anno 2020 bedeuten?

Die beiden etablierten Landeskrichen (KK und EKD) könnten sich - wie zwei Leuchttürme, die außerhalb des gesellschaftlich immanenten Leistungs- und Erfolgsstrebens stehen, als Laternen für die Menschen, verstehen. Kraftspendende Leucht- und Schutz-Orte, die immer offen sind, und die die kleinen Lichter der Menschenherzen immer wieder vorsichtig anzünden, das Feuer anfachen und neu Mut (ins Dunkel hinein) zusprechen und Gutes über Menschen (in ihre Lebenskontexte hinein) aussprechen: Gerade in die Not und Verzweiflung hinein. Das Heil des Menschen (Ganzsein) und der Umgang mit sozial Schwachen und Randständigen - daran muss sich Kirche und das konkrete Tun im Kleinen und in den Grenzen des Machbaren messen lassen! Nicht Macht, gesellschaftliches Ansehen und hohe Ämter, sondern konkreter Dienst am Nächsten und erbaulich in Liebe - ohne Ausgrenzung. Das möglichst-gut-und-moralisch-perfekt-Sein kann sich Kirche, meiner Meinung nach, schenken. Die Nummer zieht nicht mehr; nach all den Skandalen. Den Zeigefinger erheben und eine hochgesteckte Moral idealisiert und lebensfern predigen, hilft niemandem, sondern packt neue Pakete auf die Schultern der Menschen: Am Boden fängt die Liebe an. Der Kern der Kirche(n) ist die Verkündigung in Wort und Tat. Kirche ist dazu da, das Evangelium zeitgemäss, klar und behutsam zu den Menschen zu bringen, Zeungnis zu geben (für Jesus Christus als Gekreuzigten und Auferstandenen) und nicht neue (Dogmen-und Droh-)Pakete auf die Schultern packen: Scharf gesalzen die Mächtigen, die Lobbyisten wie die profitgierigen Kriegstreiber scharf kritisieren, herausfordern und sich mit den Elenden und Schwachen (nicht extrem sondern) radikal solidariseren, auch entgegen einem turbo-kapitalistischen "höher, schneller, weiter".


Es ist gut und zu befürworten, dass sich Menschen versch. Denk- und Glaubensrichtungen überkonfessionell und gegenseitig ermahmen, ermutigen und voneinander lernen. Den Aspekt des Bedürftigen, des angewiesenen Bettlers finde ich dabei besonders schön. Wir sind alle Gäste ("bedürftige Fremdlinge") auf Erden, mit Stärken, Schwächen, Talenten und Marotten und zugleich Gesandte, Helfer wie Hilfsbedürftige. Starke und zugleich Schwache. Dieses sich-allumfassend-weit-öffnende Denken, welches Dualität und kausalgeschwängerte Logik und jedes Wenn-Dann/ weil-du (Kausalitätsketten) radikal aufbricht und übersteigt, ermöglicht überhaupt erst wirkliches Gespräch und vertiefende Begegnung zwischen Menschen (RelatioValenz). Es geht nur noch auf Augenhöhe (jenseits von verengt-geschlossenen Kreisen und verengten Konfessionen mit hoheitlichem Machtanspruch: Seine Wege sind so viel höher als unsere Wege) im 21. Jahrhundert. Und es braucht das ganz-bei-sich-sein-können um ins wirkliche Gespräch zu kommen. Näheilt und doch wird erst im Distanzschaffen und im Direktsein der eigene Raum geschützt und der Raum des Anderen partnerschaftlich geachtet (et-et). Gleichzeitig gilt es schon deutlich festzuhalten, dass die Verheissung des Segens über Abraham durch Isaak und die Juden (das Heil kommt von den Juden (vgl. Joh 4, 22) und dann durch Jesus Chrisus und sein Erlösungswerk als Messias an alle Völker und Nationen der Erde weitergegeben wurde; an alle, die sich zu Ihm bekennen und mit ihm "Menschen sammeln"(vgl. Matthäus 12, 30). Und so ist auch zu verstehen, dass in Abraham alle Geschlechter der Erde gesegnet werden, über den neuen Bund in Jesus Christus. #Evangelium #Frohe Botschaft - weitersagen und weitertragen!

Ich zumindest für meinen Teil lerne und wachse an Widerständen. Demnach ist es ja auch gut, dass sich Menschen uns ab und an end-gegen stellen und uns heraus-fordern. Und auch wir müssen lernen aktiv Widerstand zu leisten und mitunter auch uns selbst und unsere Wege radikal in Frage zu stellen, um uns neu ausrichten zu können. Der Trend der sich jedoch gesellschaftlich eher verstärkt, ist (so meine Beobachtung), dass Gleichgesinnte nur noch ihnen Wohlgesinnte (aus demselben Milieu) ängstlich-verengt um sich scharen, um sich selbst von Anderen im eigenen Lebenswandel und im beschönigt-idealisierten Selbst- wie Weltbild bestärken zu lassen: Wohlfühloase und Selbstbeweihräucherung in der comfort zone. Das ist gefährlich, da der Mensch dann dazu tendiert, sich stolz im stabilisiert-erhöhten Ich-Ideal zu verschließen und im eigenen Saft hängen zu bleiben. Aber klar: Wir idealisieren alle immer allzuleicht unser eigenes und es fällt einfach sehr viel schwerer das Fremde stehen zu lassen, die Andersartigkeit zu akzeptieren und in seiner Eigenheit anzuerkennen. Gleich und gleich gesellt sich gern. Es ist demnach sehr viel anstrengender und mitunter auch einsamer, seinen ganz eigenen Weg (in und mit Christus) zu gehen, unbequem, klar und gesalzen zu bleiben! Und es braucht auch die Gemeinschaft und das Gespräch mit anderen Christen! Sowohl Individualität als auch Pluralität. Denn auch als von-Gott-gefunden-Wordene gilt es noch im Neuen Leben zu bestehen, zu widerstehen und alltägliche Boshaftigkeiten, Anfeindungen und die Niedertracht lästiger Menschen zu ertragen und in Demut geduldig am Boden Liebe und Gerechtigkeit zu üben und Christus mutig in Wort und Tat zu bezeugen.

Damit auch andere hinein finden.

Gleichzeitig brauchen wir auch immer wieder die Inputs von Außen um weiter voran zu kommen. Alles ist erlaubt, doch manche Menschen bringen einen einfach zu sehr in Selbstzweifel und ins Grübeln (bspw. durch Ausgrenzung/ Mobbing/ boshafte Worte und Taten usw.), sodass es auch absolut notwendig ist klare Grenzen zu setzen und zu massiv feindlich gesinnten Menschen (Narzissten, Extremisten) Distanz zu halten! Es ist ok, ein Hirten-/Hasenherz zu haben, doch es braucht auch wieder Mut, um die Furcht vor Menschen los zu lassen. Denn wahre Gottesfurcht treibt die Furcht vor Menschen aus, die ja auch allesamt, wie wir auch, nur mit Wasser kochen, Stärken und Schwächen haben... Unperfekte Menschen eben.

Meine Gabe ist nicht die Lehre und auch nicht die Prophetie, ich bin selbst einfach gerne Gebender, doch auch ich bin schwach, unperfekt, auf andere Menschen angewiesen und als kleiner Hirte gehe ich gerade wie krumme Weg: Schlüssel und Stab: Hirtendienst im Kleinen. #Gespräche


Die Mauern und Dogmen im Kopf und das (ausgrenzende) Ausschließlichkeitsdenken von Konfessionen ist im 21. Jahrhundert nicht mehr zielführend. Die Bibel und die Propheten und auch Jesus selbst sind immer wieder mit den Herrschenden und den religiösen Führern hart ins Gericht gegangen und gerade die religiösen Führer ihrer Zeit haben Jesus Christus als Sohn Gottes nicht erkannt/ oder nicht erkennen wollen. Wo Religion und weltliche Macht mit (zunächst) freundlichem Gesicht (diktatorisch) zusammengehen, ist immer Vorsicht geboten!

Jeder Mensch ist einzigartig und Geschöpf Gottes. Gott wohnt in jedem Menschen! Doch es gibt dennoch toxische Denk- und Verhaltensweisen bei uns und bei anderen Menschen, die einfach höchst problematisch für einen Selbst wie für die Umgebung sind und die es abzustellen gilt (Größenwahn, Ausschweifung, Hochmut, Hybris, Narzissmus, egomane Bewunderungswünsche, Selbst- wie Fremdverletzung, etc.). Dabei geht es eigtl. im Kern immer um ein von-sich-weg-nach-oben-Streben und um Überheblichkeit (besser-sein-Wollen als Andere, sich Abheben). Höchst problematisch ist, dass unsere Gesellschaft diese Rücksichtslosigkeit und das Sich-durchsetzen-auf-Kosten-Anderer mitunter belohnt und es ja die heutigen Machthaber vormachen und somit einfach nur ein Zeichen der Zeit sind (Narzissmus, Selbstherrlichkeit, sich-über-andere-erheben, Weltherrschertum, usw.). Doch das was "die da oben machen", ist auch bei "denen da unten" vorhanden. Wir sitzen im selben Boot.

Und doch sind wir keine Vagabunden, wir wissen, dass das Ziel von uns als Pilgerinnen und Pilger ist, wieder bei Gott zu sein; selig und heilig zu werden. Immer tiefern in die Heiligkeit hinein zu gelangen und Gott selbst heiligt sich ja in uns, gemäss dem Evangelium, durch Christus in uns. Gott hat also einen Weg und Plan für uns und unser Leben. Wir verstehen meist nicht sofort, wie Gott bspw. auch in oder nach Brüchen od. in Krankheit an und mit uns wirkt, und es ist kein komplett und starr-unveränderlich-festgeschriebener Weg, sondern der Weg entsteht, indem wir ihn gehen.



Ganz in sich abgeschlossene (totalitär-diktatorische) Gesellschaften und totalitäre (auch eigene Gedanken-)Systeme sind immer anfällig für elitär-entrückte Überlegenheitsvorstellungen (Herrschertum), für ein überhebliches sich-Abheben und über-Andere-stellen-Wollen (Gigantismus im eigenen Kopf: Goliathfantasterei, Geltungsdrang Einzelner auf dem Rücken des Gemeinwohls: Davon ab lassen). Sicher: Es braucht einzelne Menschen und Staaten die autonom voran gehen und gestalten, die klug und kompetent Leiterschaft, Verantwortung und Führung in der Welt übernehmen und die sehr gut in versch. Bereichen ausgebildet sind (Herzensbildung, Demut und umfassende Vernunft). Doch sobald diese Führer und Leiter (die Starken) beginnen, selbst Welt-Herrscher sein zu wollen und sich auf Kosten anderer Menschen profilieren, bereichern und herausstellen wollen (fehlende Selbstbeherrschung ohne Demut und ohne die absolut wichtige Integration der eigenen Schattenanteile), scheitern sie an der eigenen, elitären Abgehobenheit (ich kenne das von mir selbst auch leider und zu meiner eigenen Schande viel zu gut: "wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden!"). Denn es stimmt: "die Letzten werden die Ersten und die Ersten die Letzten sein." Und wir als Menschen sind allesamt gemeinsam auf Pilgerschaft nach Haus: Eine Herde und ein Hirte! 

Im Wort heisst es auch, dass die Apostel die Letzten ("der Unrat der Welt") gewesen sind. Also nicht die vorauseilenden Starken und Angesehenen oder die religiös-einflussreichen und die medialen Influencer ihrer Zeit, sondern die, die sich bewusst schmähen, niederdrücken und ganz zurückfallen haben lassen. Denn dort wo die Schwächsten der Gesellschaft zurückbleiben, kommen auch die Starken ab einem gewissen Punkt nicht mehr weiter voran. "Gott braucht unsere Hände" und wir brauchen neben dem eifrigen Tun immer wieder auch die Demut zu erkennen, dass es viele helfende Hände in der Welt gibt und wir nicht alle Fäden selbst in der Hand halten müssen (Helfersyndrom - los lassen). Es entlastet uns zu wissen, dass da jemand ist, ein wirklich guter Hirte, der uns kleine Hirten (Lehrer und Propheten) überragt und über uns Allen steht und für uns eintritt, wo unsere Kraft endet! Diese Entlastung bruachen wir mitunter, sie darf aber auch nicht dazu führen, dass wir gar nichts mehr tun: Maß und Mitte! Eifer und Demut, Herz und Verstand!

Mutig voran, jede und jeder mit seinen Gaben, Talenten und Fähigkeiten! #Heiligung # #Sozialarbeiter-und-Poet! Der Mensch ist keine Maschine!

Und es gilt schon auf dem Weg als gereifter Christ auch aktiv, offensichtlich toxische Denk- und Verhaltensweisen bei sich wahrzunehmen und allmählich los zu lassen bzw. in positive, nach vorn gerichtete Kraft und Lebensenergie umzuwandeln (feste Speise für gereifte Christen): Den eigenen Lebenswandel überprüfen, anpassen und Standhaftigkeit üben! Überheblichkeit (hohes Ross), Größen- und Allmachtsphantasien (Wahn, oft resultierend aus Ohnmachtserfahrungen als Reflex), Selbstherrlichkeit (Narzissmus), Selbstüberschätzung (Hybris), große Show (Drama-King) usw. bei sich überhaupt erst einmal wahrzunehmen und immer wieder los zu lassen. Nicht der große, edle Held mit humanistischer Gesinnung auf seinem Ross gewinnt den Siegeskranz, sondern: Die Letzten werden die Ersten sein! Eigene Anteile in Konflikten erkennen und sich reflektieren, ggf. umkehren und neu ausrichten. Uns selbst annehmen als einmalig und geliebt, doch nicht mit dem überheblichen Denken, dass wir besser seien als Andere (Hochmut führt nach oben und es folgt wieder das darauffolgende Tal: Irrweg). Es fällt uns allen immer leichter, anderen Menschen Schuld in die Schuhe zu schieben, als bei uns selbst anzufangen, Schuld und Fehlverhalten einzugestehen und uns und unseren Lebenswandel zu überprüfen. Das ist ein Reflex in der Welt: Es wird immer sofort nach einem Schuldigen/ einem Sündenbock gesucht, wenn etwas schief läuft (Kausalitätsketten): Wer wars? Doch Menschen die in dieser Welt aktiv sind und einfach handeln, sich dem Leben stellen und Verantwortung tragen, machen Fehler, so ist das Leben! Irren ist menschlich. Wer Verantwortung trägt, kann scheitern. Wer sich dem Leben angstvoll entzieht, macht vielleicht keine Fehler, aber er bleibt in seinem Kerker aus Angst und baut sich (scheinbar) perfekte Selbst- und Welt- und Feindbilder und fängt irgendwann an mit dem Finger auf andere zu zeigen oder wird missmutig und zum System- oder Gesellschaftskritiker ("die da oben..."). Nein, es muss vielmehr heissen: Was kann ich einbringen, verändern und womit kann ich der Gesellsachft dienen? #Perfektion-ist-Quatsch!Es braucht Güte und Strenge und jede Menge Gnade. Ich wehre mich zugleich gegen eine wahllos einfach so über jedem Menschen nach dem Gießkannenprinzip ausgeschenkte "billige Gnade". Aber auch eine "harte Gnade" (die mit eiserner Anstrengung verdient werden muss) ist nicht zielführend. Beides ist nicht glaubwürdig. Es braucht das Mitwirken und Mitgehen und unsere eigene Aktivität (und den Dienst am Nächsten) auf unserem Weg! Und das ist dann doch auch wirklich Frohe Kunde: Wir sind unseren Launen und Lüsten nicht hilflos ausgeliefert, sodenn wir lernen uns selbst zu beherrschen. Mit Gnade im Blick auf sich selbst und Andere und doch auch mit einer gehörigen Portion Strenge, wo not_wendig. Auch Petrus und Paulus, die bekanntesten Apostel, hatten unzählige Kämpfe, Bewährungsproben, Anfechtungen, Leiden, Fragen und doch hat sie Gott in all diesen Schwankungen und Prüfungen, Höhen wie Tiefen, auf wundersame Weise durchgetragen und bewahrt. Das Leiden erspart, hat er ihnen nicht. Darum: Das Mitwirken mit der Gnade gehört definitiv dazu: Am Boden bleiben und Lebens-Energie (auch Aggressionen, Frust, Wut, Resignation, Enttäuschung und Ärger) immer wieder nach vorne in die Gestaltung der Zukunft richten (Blick nach vorn u. Altes los lassen bzw. umwandeln) sowie wechselhafte Launen (Stimmungen) selbstbeherrscht aushalten sowie austarieren lernen. #Aggression-in-Kraft! #gemächlich-voran!

Natürlich muss man sich nicht jegliches Behandeltwerden in falsch verstandener Unterwürfigkeit gefallen lassen (zu Kreuze kriechen). Bei Konflikten, alles in sich hineinfressen, bringt erfahrungsgemäß auf Dauer ebenfalls nichts. Es braucht den direkten Dialog und im Zweifel auch die Konfrontation od. scharfe Zurechtweisung. Und ja, wir lernen auch durch diese "Arschengel" (Gegenspieler), die wir eigentlich nicht sehen wollen. Doch gerade diese Menschen, die wir eigentlich lieber nicht sehen wollen und die uns bis aufs Blut nerven, sind (mitunter) unser Weg. Hier kommen wir weiter und lernen etwas über uns. Auch wenn dieser läuternde Erkenntnisprozess weh tut. Und auch da gibt es natürlich Grenzen (massiv-toxisches Mobbing, Machtmissbrauch, extreme Herabwürdigungen, Beratungsresistenz, chronische Opferhaltungen, etc.)! Konflikte als Lernfelder zur persönlichen Weiterentwicklung zu begreifen, auch und gerade um Anteile von sich Selbst dabei zu erkennen, hilft dennoch weiter. So habe ich für meinen Teil immer wieder als wiederkehrendes Thema: Starker Geltungsdrang, Grübelneigung und die Gefahr mich selbst über-idealisiert und auf Kosten Anderer zu profilieren und zu wichtig zu nehmen (Folge: eingebildete Hochstellung ("über Anderen"), leichte Kränkbarkeit (versteckter Stolz) und unrealistisch überzogene Anspruchshaltung ("was gaaanz besonderes"). Resultat bei Ausbleiben: Frustration und Abwertungen im Außen, Grübeleien, Unzufriedenheit, um-mich-selbst-kreisen, Egozentrik, Rückzug und Negativ-Spirale nach unten: Eigen-Aggression, Trauer, Depression) sowie ein stark ausgeprägtes Perfektions-Streben.

Diese Anteile wahrzunehmen, war schmerzhaft und ein langer Reflektionsprozess. Sie umzuwandeln, los zu lassen und das Gute daraus für das Weiterkommen von mir und anderen Menschen einzusetzen, erscheint mir dennoch als ein sinnvoller Weg, da diese Anteile (gut integriert und eingesetzt) ja auch wieder positive Aspekte beinhalten können. Auch der Einsatz von Aggression bzw. deren Umwandlung in Bewegung, Gestaltungskraft und Umsetzungsstärke hilft weiter. Was auf Dauer im Umgang mit Höhen und Tiefen jedoch am besten hilft, ist:

In Demut & Dankbarkeit unten bleiben!



Grundsätzlich erscheint es mir zudem wichtig, beim eigenen Streben zu unterscheiden zwischen einem gesunden, fröhlich voran blickenden, lösungsorientiert-leichten Streben nach guten Werten, Tugenden oder realistisch gesteckten, zukünftigen Zielen (Arbeit, Gesundheit, Familie, Glück)
und einer ungesund-realitätsfremd-ichzentrierten Idealisierung des eigenen Selbst (mit der Folge der Abwertung anderer Menschen im nahen Umfeld, aufgrund des eigenen, eingebildeten Schwebens in himmlischen Sphären. Die strenge Perfektions-Brille hilft immens Fehlhaltungen (zuerst bei sich selbst) zu erkennen und zu benennen, doch gleichzeitig braucht es einfach auch immer wieder Güte und Gelassenheit, um sich und Andere damit nicht zu Grunde zu richten. Das perfekte Leben gibt es schlicht und einfach nicht und auch wir Menschen sind in versch. Punkten schwach, unperfekt und doch - gemäß der wahrhaft Frohen Botschaft - in Jesus Christus durch sein Erlösungswerk gerechtfertigt, vollkommen gemacht und mit Hineingenommen in die Heiligung im Geiste. 

Gerade uns Männern hilft es enorm, uns vom Leistungsdruck und Perfektionsstreben zu lösen, das (zumindest bei mir) immer großen Druck erzeugt hat. Die eigene Anstrengung ist wichtig, doch sie darf nicht dazu führen, dass die eigenen Grenzen bis zur Erschöpfung überschritten werden (vgl. Elias Eifern bis zum Burn-Out). Darum braucht es neben dem eifernden Einsatz immer auch die Demut, die eigenen Grenzen realistisch einzuschätzen, zu erkennen und klar zu setzen; mal enger und mal weiter. #Keep-the-Balance

In meinem Lebensweg war ein kindliches Vordbild (und doch auch Wachstumshelfer) der biblische “David“, der Gesalbte und große israelische König, mit dem ich mich als Kind und junger Erwachsener stets ich-überidealisiernd (grandioses Selbst) identifiziert habe und der mir dennoch auch ein Lebensbegleiter geworden ist. Irgendwie weiss ich, dass David mit meinem Leben zu tun hat, mich zieht und motiviert. In einer spirituellen Erfahrung vor einigen Jahren, in welcher ich mir selbst ganz im Schreibfluss "wie ein David" vorkam (Ich-Ideal: Grandiosität/ Bewunderungswunsch - "alle werden mich (weil ich ja so grandios und etwas ganz besonderes bin) anhimmeln und lieben" "ich werde etwas gaaanz besonderes sein" - psychotisch-wahnhafte Illusion) habe ich in einem tiefen Trancezustand (ganz versunken) dann silberne Fäden gesehen die auf ein Plakat verwiesen: “Unter all den Goliaths nur ein David“. Die eine perfekte Lösung oder Deutung habe ich nicht, doch ich habe (viele Jahre und Gespräche) später, nach Gesprächen mit versch. Menschen, Selsterfahrungen und Reflektionen, für mich die Erkenntnis daraus gezogen, dass es um Demut und Dankbarkeit geht und um das Einüben im praktischen Leben, eine dienende Gesinnung (am Boden fängt die Liebe an) einzuüben (Kopf runter, Brust raus) und gleichzeitig einmalig Simon sein zu dürfen. Als Simon Felix (1987) bedingunglos geliebt, getragen und angenommen zu sein. Und nicht zwanghaft diesem königlich himmelhoch-überhöhten Idealbild (Ideal-Selbst/ grandioses Selbst/ niemals zu erreichender Soll-Zustand) nachlaufen zu müssen.

Denn das hat in mir immer immensen innerlichen Druck erzeugt und mich wie "hoch gezogen" (Soll-Zustand David, Ist-Zustand Simon: Mist - nie genug, mehr anstrengen...) und gleichzeitig doch irgendwo auch angespornt (wenn das Soll positiv als Potential gesehen wurde und nicht über eine defizitäre Sichtweise Frust und Druck erzeugt hat) und gezeigt: Es gibt etwas, worauf wir uns im Blick nach vorn ausstrecken dürfen. Etwas das noch auf uns wartet oder uns end-gegen kommt. Es ist ok Vorbilder zu haben. Wir brauchen immer wieder Orientierungspunkte auf unserem Weg in der jeweiligen Lebensphase; Menschen, die uns einen Weg weisen oder uns anspornen. Doch manch ein Bild ist zu groß, zu einseitig und muss zerbrechen, damit Neues entstehen kann. Heute erlaube ich mir im gütigen Blick auch auf mich selbst mit mir und mit weniger zufrieden zu sein. Einfach Simon zu sein. Ich übe mich weiterhin darin vom Olymp ganz runter zu kommen, Geltungsdrang, Perfektion und Grandiositätsfantasien (Allmacht) zum Wohle von Freunden und für meine Familie gut einzusetzen.

Gott ist Liebe und Liebe schließt nicht aus. Diese Annahme durfte ich immer mal wieder erleben. Wenn von einem Hirten und einer Herde die Rede ist, schließe ich daraus, dass Gott alle Menschen geschaffen und, wie die Bibel sagt, auch alle Menschen zur Erkenntnis Jesu Christi führen will. ER ist für alle gestorben! Und dennoch habe ich manchmal einfach Angst und schäme mich, wenn ich mir mal wieder selbst im Weg stehe und die Ängste zu groß werden oder ich böse und wütend werde, wenn andere Menschen toxisch fies zu mir sind und mich beleidigen. Feindesliebe ist nicht einfach. Mir hilft dann manchmal mir Selbst im Stillen zuzusprechen: "Was können mir Menschen tun?" Oder "Herr, bitte erlöse mich aus Menschenfurcht!" Denn, wie oft, ist es mir schon passiert, dass mir das Ansehen und das Gut-dastehen vor Menschen wichtiger war, als Gott zu loben und Gott die Ehre zu geben, weil ich Angst hatte, vor dem Urteil und dem Denken der Menschen. Doch es ist nie gut, sich Menschen zu sehr als Vorbilder zu nehmen oder sie zu stark zu idealisieren und größer von ihnen zu denken als dass es sie sind. Alle Menschen ermangeln des Ruhmes! Auch die höchste Erkenntnis oder großartiges Wissen über psychologische Zusammenhänge schenkt kein Heil! Gott ist heilig und Gott schenkt uns Sein Heil!






 “Weil ihre Schande doppelt war und sie Schmach besaßen als ihr Erbteil, 
darum werden sie in ihrem Land das Doppelte besitzen; ewige Freude 
wird ihnen zuteil.“ (Jesaja 61)







Es taugt langfristig nichts, sich sein Leben lang nur an seinen "Defiziten" abzuarbeiten im Sinne von "da fehlt mir noch dieses" "hier fehlt mir noch jenes" und in der Folge auch andere Menschen so zu betrachten. Dieser streng-präzise Blick richtet sich einzig und allein auf das Noch-nicht, auf das was noch nicht vollkommen ist und nicht zuallererst auf die Potentiale und Fähigkeiten, die es zu fördern gilt (Ressourcen). Es ist ok realistisch Stärken wie Schwächen zu sehen und anzuerkennen. Doch Gott will doch keine perfekten Menschen, die perfekt wie Maschinen denken und handeln, sondern einfach gerechte, aufrichtige Menschen, die (in erster Linie) liebesfähig sind, die über sich selbst hinaus kommen können - auf andere Menschen hin. Die Selbst- und Nächstenliebe konkret praktizieren und authentisch (ohne Superman-Allüren) im nahen Umfeld leben. Im Rahmen ihrer Kräfte, Talente und der Grenzen des Machbaren.

Menschen die sich nicht zu sehr an das Denken und an die Meinungen anderer Menschen andienen, sondern die treu an Ihm und Seinem Wort festhalten. El-emin-end! Gott ist treu - bis ans Ende! Denn Menschen sind Menschen und nicht der letzte Maßstab, auf den es ankommt. Angenommensein bei Gott ist wichtiger (ER trägt, löst, rettet und vollendet). Gott wirkt alles und somit wirkt er auch an uns, wenngleich wir Seine Wege nie ganz begreifen und verstehen. Was ich gelernt habe in den letzten zwei Jahren: Es taugt nichts und befreit nicht, alles an sich als Makel oder noch-nicht-perfekt wahrzunehmen, zu perfektionieren und zwanghaft verbessern zu wollen (Kontrollier-Zwang, dahinterstehend: Angst Fehler zu machen). Das war womöglich meine Lebenslüge: Selbst aus eigener Kraft, Ehrgeiz und eisernem Willen perfekt und “etwas gaaaaanz besonderes“ (Ideal) sein und von Anderen bewundert werden zu wollen (große Show, enorme Anstrengung, Wunsch: besser sein als Andere - Selbsterlösung). Erst spät habe ich die Gnade begriffen. Verstanden was Gnade bedeutet und dass das Leben und auch die Rettung wie die Heiligung im Geiste in erster Linie Geschenk sind und empfangen werden wollen. Das es schon unsere Anstrengung und auch die Selbstbeherrschung und des Willens bedarf, dass uns Gott jedoch end-gegen kommt und uns unterwegs auf unserem Weg immer wieder "beschenkt" und er uns bejaht und in Christus ganz angenommen hat und uns einfach so liebt, ohne besonders herausragende Leistungen. Das hat lange gebraucht, bis ich das verstanden habe. Und es bleibt ja auch die Polarität vom schon und noch-nicht bis zur Vollendung. Also Aktivität und doch auch Passivität, die ja in unseren Breiten eher als etwa Negatives wahrgenommen wird; als Zurückhaltung und Faul-Sein. Doch ich glaube, dass vielen diese Fähigkeit heute ganz stark abhanden gekommen ist: Das genügsame, spielerisch und passiv ganz bei sich-sein-Können ohne sich in ständiger Aktivität und vorangetriebener Arbeit rastlos ablenken zu müssen (Prozesse rasant immer weiter optimierende Leistungsgesellschaft). #rasanft #bei-sich-sein-können

Wir sind als Person in Christus von Gott jedoch gerechtfertigt und einfach so angenommen, geliebt und einmalig (wie jeder Mensch). Doch nicht besser oder größer als Andere. Ganz tief dahinter sitzt sie: Die Angst nicht gut genug zu sein. Der Wunsch sich durch Anerkennung und Leistung Respekt und Ansehen vor anderen Menschen zu verdienen. Doch die Liebe sagt immer: Du bist gut so wie du bist. Ich mag dich weil du einfach so einmalig bist wie du bist. Du musst keinem Ideal-Bild entsprechen. Ich liebe dich - einfach so! Es ist wichtig zu lernen sich nüchtern und realistisch einzuschätzen und sich selbst und Andere (trotz Fehler und Streitigkeiten) in Liebe anzunehmen und zu bejahen so wie auch Gott uns in Christus (zuerst) geliebt und vollkommen angenommen hat! Und doch ist da etwas in mir und, ich denke, auch in allen anderen Menschen: Ein Drang es gut machen zu wollen, voran zu kommen und was zu leisten und Gutes zu tun! Und auch das ist ja - in einem gesunden Maß - auch richtig so! Nur: Das Recht des Stärkeren? Rücksichtsloses Konkurrenzverhalten und sich-massiv-Durchsetzen-auf-Kosten-Anderer?

#Not-my-Way! #einander-anspornen-doch-nicht-einander-auffressen!



Gleichzeitig hat mir in meinem schwerst depressiven Hadern und Zweifeln im Herbst 2019 geholfen als ein katholischer Seelsorger in einem Tisch-Gespräch zu mir meinte: Den einen, tollen, starken oder "großen" Super-Ideal-David von dem du sprichst, den gibt es gar nicht. Der hat viele verschiedene, auch ambivalent-unschöne Facetten (Schatten wie Licht, Stärken wie Schwächen) und er verkörpert alle Archetypen des Mannes: junger Mann und Hirte, Künstler, König, Krieger, Diener, Herrscher, Mörder, Liebhaber, Vater, Ehebrecher, Feigling, Sünder, Geliebter und trotz  “seines scheinbar unperfekten Lebensweges“ war er (mit allen Höhen und Tiefenund mit seinen Ängsten) ein Mann und Mensch (nur) nach Gottes Herz! Und er war halt einmalig (ein David) - wie du auch als Simon Felix (1987) mit deinem einmaligen Sosein, mit deinen Kämpfen und Fragen als Mensch auch einmalig und bedingungslos geliebt bist. Du brauchst dich nicht zu verstecken und immer zu vergleichen. Das macht unglücklich. Du bist mehr als genug. Es gibt immer jemanden der besser oder schöner oder klüger ist als du. Du bist angenommen und geliebt und Du wirst mit deinen einmaligen Fähigkeiten gebraucht - als Mensch. Darum: “nur ein David“! Und darin auch schon der Hinweis auf einen der größer und stärker ist als David: Jesus Christus!David hatte die Demut zu erkennen, dass er selbst nicht das höchste Maß aller Dinge war, sondern Gott! David war - wie wir - ein Freund Gottes ("der Herr ist mein Hirte!") und ein Mensch mit starken Ängsten, mit Höhen und Tiefen! Ein Mensch der Schuld eingestehen konnte und der wusste was es bedeutet, geschmäht und erniedrigt zu werden und der auch in diesen Düsterzeiten sehen konnte, dass Gott auch in Demütigungen und in Zeiten von Schmähungen nicht von seiner Seite wich und ihn rechtleitete. Für mich war David nur irgendwie immer leichter an- und aufnehmbar als dieser, von mir immer als makellos-und-perfekt gedachter (Idealisierungen und Perfektionsdenken), mir manchmal Angst machender Jesus. Der hat irgendwie alles richtig gemacht und war so groß und mächtig. Da ist immer meine Angst angesprungen... Dieser Jesus ist und war anders als wir alle. Irgendwie fremd (nicht von dieser Welt) und, für mich als Kind, angsteinflößend und auch nicht zu verstehen. Da war der biblische David mir persönlich immer greifbarer, realitätsnaher und menschlich viel leichter zugänglich (als Held und kindliches Vorbild und halt (wie wir alle) nicht perfekt). Einfach jemand, der alle Anteile in sich gelebt und entwickelt hat und sich wirklich mit Hingabe und Risiko in Gottes Arme und ins Leben geschmissen hat. Und seine Psalme: Wunderschön.

Und doch habe ich ihn natürlich als Kind idealisiert (und mich mit ihm identifiziert). Doch das Bild hat mich einfach lange begleitet und musste dennoch irgendwann im Prozess des Erwachsenwerdens zerbrechen und sich breiter auffächern, um Jesus Christus als Retter und Heiland (über die von David gebahnte Spur) an und aufnehmen zu können. David (als Held und König) kann leicht geliebt werden und ist liebenswert als Mensch. Ein unperfekter Mensch wie wir, doch auch er war nur ein Vorläufer in der Deutung auf Christus als unisversellen Retter hin. Ich finde das sehr schön und ermutigend. Jesus Christus und das Kreuz ist ein Stein des Anstoßes und sehr viel heraus-fordernder und weniger leicht zugänglich als David mit all seinen menschlichen Facetten, Schwächen wie Stärken. David ist somit auch ein Vorbild, weil er sich zurechtweisen hat lassen und weil er im Stande war, Schuld einzugestehen, Buße zu tun, umzukehren und immer wieder neu anzufangen. Gleichzeitig war er ein Kämpfer und ist König geworden. David ist somit auch eine Chance für modernes, ganz gereiftes Mannsein. In manchen christlich-frömmlerischen Kreisen ist mir nämlich ehrlich gesagt immer etwas unwohl, weil alles ("was nicht sein darf") unter einem brav-süßen Mantel falsch verstandener Frömmigkeit versteckt wird (gerade auch (passive) Aggressionen, Sex, Lust, Erotik, Wut, Kampfeswillen, usw.) und am Ende alle beschämt und übervorsichtig schweigen und alle lieb und brav und nett zueinander sind und eigentlich ihre Wut im Bauch am liebsten dem anderen ins Gesicht schlagen würden... Darum ist David ein leichter annehmbares, ja ein realistisches Vorbild in welches wir als modernde Männer uns hinein verwandeln lassen oder von dem wir Demut lernen können. Denn er hat sich seinen Ängsten, seinen Höhen und Tiefen und dem Leben radikal mit ganzem Herzen geöffnet und gestellt und war nicht von sich selbst absolut überzeugt. Sondern er hatte die Größe, auch gegen sich selbst Partei zu ergreifen und sich die Maske vom Gesicht reissen zu lassen. David war bereit, sich von Frauen etwas sagen zu lassen, neue Wege einzuschlagen und doch war er nur Mensch mit Schwachheiten, Irrwegen, Sünden und Verstrickungen und somit gering verglichen mit Christus, dem Retter und Heiland der Welt und aller Menschen. #Demut-hilft! #Fuck-off-Idealisierung! 

Hilfreich hierzu dieses Video von Raphael M. Bonelli:


Jetzt habe ich als Charaktereigenschaft diesen stark ausgeprägten Perfektionismus und Geltungsdrang. So what? Denn diese strebsamen Persönlichkeitsanteile und der Drang gelten zu wollen helfen mir auch in meinem Leben, da meine ganzen Lyrikbände nur so überhaupt erst entstanden sind. Vom Ist zum Soll. Und ich glaube, dass Gott uns so auch in seine Gemeinschaft mit hinein nimmt. Er ruft uns aus unseren Sümpfen, Sünden, irdischen Verstrickungen und Abhängigkeiten heraus (Ruf zur Umkehr/ Läuterung/ Wandlung) und "knüpft in diesen (oftmals für uns im Moment ausweglos erscheinenden) Situationen an unsere Potentiale und vorhandenen Begabungen an" (in unserer ureigenen Sprache und passend zu unserer aktuellen Situation) und dann geht er mit uns mit und hilft uns durch unsere Gaben und Talente, durch Begegnungen zur rechten Zeit (die in der jeweiligen Lebensphase gerade wichtig für uns sind), dass wir allmählich in unsere Berufung und Lebensaufgabe (unser Pensum das er uns zutraut und das wir schaffen können) reinfinden und diese Talente zur Entfaltung bringen (bei mir bspw. Gedichte und Gespräche), um somit in der Folge auch andere Menschen begeistern und mit der Frohen Botschaft "anstecken" sowie anderen Menschen bei deren persönlicher Weiterentwicklung behilflich sein zu können ("mitziehen"). Dazu gehört dann aber im Laufe des Erwachsenwerdens auch das Erkennen (und Reintegrieren) der eigenen Schattenanteile (herausfordernd, desillusionierend und anstrengend!) und das Abstellen problematischer Denk- und Verhaltensweisen, die für uns und unsere Umgebung toxisch sind und uns im Sinn verwandeln zu lassen (immer wieder erneuern lassen) sowie aktiv an unseren Themen arbeitend, destruktive Tendenzen zukünftig zu lassen (immer wieder neu: Umkehr)! Also das ist dann schon etwas, woran man richtig zu knabbern hat (feste Speise), aber es gibt eben auch nach der Errettungauf dem Weg der Heiligung noch etwas zu tun (Mitwirkung): Der Dienst in tätiger Nächstenliebe (Gerechtigkeit üben) und die Unterstützung von anvertrauten Menschen im eigenen Umfeld, sodass auch Sie zur vollen Reife in der Gnade und Erkenntnis Jesu Christi gelangen und für sich auf ihrem einmaligen Lebensweg Vollendung erfahren. Wichtig ist dabei jedoch nicht zu vergessen, dass wir die Empfangenden sind. Und hier auch die Dankbarkeit und Demut und der Aspekt des Geschenkes. Gott ruft uns ins Leben und er begleitet uns - bis nach Hause. Wir sind alle auf Pilgerschaft in die himmlische Heimat!

Ein anderer katholischer Seelsorger hat mir dieses bedingungslose Angenommensein sehr berührend vermittelt und ich habe im Herzen einfach gespürt, dass er ein guter Hirte ist, der Menschen immer wieder erinnert, dass Gott sie liebt. Einfach so. Das ist wirklich wohltuend, wenn man selbst viel hinterfragt und kritisch ist und auch um seine Schwächen und Sünden weiss. Zu hören: Es ist ok, dass wir Lösungen und Erklärungen suchen und auch bestimmte spirituelle Erfahrungen machen, doch die Liebe ist nicht perfekt oder ideal. Unser Erkennen - nur Stückwerk bis wir ganz erkennen wie wir erkannt worden sind (Vollendung). Und so tat es mir einfach gut zu hören, dass Gott keine perfekten Menschen braucht, die immer genau wissen, wie alles zu laufen hat, sondern stark-schwache Menschen, die ehrlich sind, die auch Fehler machen, die Ängste überwinden lernen und die auch um ihre Schwächen, Makeln, Fehlern, Ungereimtheiten und Sünden wissen. Es bringt nichts sich auf Dauer zu verstecken oder in Angst und Scham im Schneckenhaus zu bleiben. Gott kennt uns. Und er liebt uns einfach so. Und doch ruft er uns auch in die Nachfolge (Menschen fischen!) und gibt uns konkrete Aufträge, Begegnungen und Menschen, die uns weiterbringen, sodenn wir uns öffnen und lernen zu hören. Es geht nicht darum, der Größte, Schnellste, Schönste und Stärkste zu sein, sondern: Auch Schwäche ist ok und gerade in dieser Schwachheit vollendet sich Gottes Kraft (vgl. Paulusbriefe).

Bei Interesse können Sie/ könnt Ihr Euch aber gerne Eleminend auch online im
Brot und Kunst Shop bestellen: Eleminend

Illustrationen von: Anna-Katharina Rintelen, Freiburg i. Br.
Die Frohe Botschaft ist und bleibt: Gott liebt den Menschen. Und Gott will das Heil und die Rettung aller Menschen. Das heisst nicht, dass Krankheit und Leid von uns immer restlos erklärt werden können (vgl. Hiob). Doch Gott kann auch diese Umstände für sich und seinen Heilsplan verwenden und auch (aus unserer Sicht) ausweglose Situationen wenden, wandeln und unerwartete Neuanfänge schenken. Doch es gibt auch ein Pensum das uns zugetraut und eingefordert wird. Auch wenn es in akuten Notsituationen oder psychischen Zusammenbrüchen und schwerer Krankheit manchmal nicht so aussieht, doch auch da wirkt Gott im Unsichtbaren an uns. Das Heil des Menschen ist dabei nicht von seiner körperlichen und psychischen Gesundheit abhängig. Wir sind immer irgendwo zwischen den Polaritäten von gesund und krank unterwegs. Unsere Gesundheit (körperlich wie psychisch) ist brüchig, aber das inwendige, eingemittete und gereifte Heil-Sein ist umfassender, kern-/herznah. Ich kann gesund sein und doch heilfern und ich kann krank sein und doch heil und ganz im Innern. Heute würde ich sagen, dass ich - trotz erhöhter Höhen und vertiefter Tiefen - inwendig und herznah einen Raum und Ort von Frieden und Heil gefunden habe, den ich nicht selbst erarbeitet habe, sondern der mir aus Gnade geschenkt wurde. Diesen Punkt finde ich äußerst wichtig: Die Gnade kommt vor der Erkenntnis - und doch braucht es Wissen und Vernunft, um sich nicht im Schwärmen zu verlieren. Und ohne Liebe ist all das Wissen hier dennoch - Nichts! Die Liebe hört niemals auf! Und alle klug gemeinten Ratschläge helfen einem Menschen in einer akuten Notlage nicht. Da braucht es erst einmal konkrete Hilfestellungen und Stabilität, bevor man der Person wirklich weiterhelfen und sie kontinuierlich wieder aufbauen kann!

Die Demut zieht die Gnade an. Die Liebe erbaut. Reine Erkenntnis - bläht auf!

Ein kleines Beispiel wie Gott mir (in zwei geflüchteten Menschen) begegnet ist: Nach meinem Auslandsjahr in Südafrika hatte ich eine tiefe Depression und Krise und tat mich sehr schwer zurück in Deutschland wieder Fuß zu fassen. Damals habe ich die drei Worte “themba thanda thula“ (Hoffnung, Liebe, Frieden) von Gott geschenkt bekommen. Ich habe bspw. an einer Toilettenwand in der Psychiatrie das Wort "themba" (Hoffnung) gelesen. 10 Jahre später habe ich nach dem Sozialarbeitsstudium als Flüchtlingssozialarbeiter mit Geflüchteten einen jungen Mann aus Gambia getroffen, mit dem Namen Demba. Im selben Ort (Ebringen) ist mir ein syrischer, schwerst traumatisierter Geflüchteter aus Damaskus begegnet. Er hatte dieselbe Kameratasche wie ich und er hat selbst auch Kunst-Postkarten gestaltet und vertrieben. Er ist mir auch noch mal privat auf dem Schauinsland mit drei weiteren Syrern begegnet. Ich habe kurz vorher leiblich eine Präsenz im ganzen Körper gespürt und ihn dann Sekunden später gesehen und getroffen. Ein Freund von mir (Raffi) war dabei und kann bezeugen, dass ich kurze Zeit vor der Begegnung noch von dem Syrer erzählt hatte. Später habe ich ihn noch bei einer Kunst-Ausstellung besucht und es tat gut als er meinte: Du bist wahrlich mein Freund. Weil ich konnte ihn tief verstehen in seinem Leiden und habe natürlich ein Stück weit auch meinen Weg und mein Leid in ihm erkannt. Ich will damit nur sagen, dass Gott uns auch heute in den Herzen (Christus in Cordibus) und im Mund nahe ist (Wort des Glaubens) und uns in den (elenden, am Rand stehenden) Menschen konkret in der Wirklichkeit begegnen kann, sofern wir achtsam sowie bereit sind anderen Menschen wirklich zu begegnen und uns dem Leben in dieser zum Teil unüberschaubar-chaotischen und herausfordernden Welt im 21. JH zu stellen. Diesen (trans-)personal-relationalen Aspekt Gottes im Gespräch und in der Begegnung zwischen (unperfekten, suchenden, schwachen) Menschen, habe ich versucht durch Worte in der Trilogie “RelatioValenz“ herauszuarbeiten: Gott macht sich auf den Weg zu uns und er begegnet uns konkret in den Menschen, besonders in den Menschen am gesellschaftlichen Rand! #Geflüchtete-als-Chance-begreifen! #themba-wird-demba! #Wandlung!

Wie im Video unten angesprochen, gibt es zwei Wege zur Heiligkeit.

Den Weg der Perfektion und den - der Realität, der um die Schwächen weiss und sich bewusst ist, dass er der Gnade Gottes bedarf. Tröstlich gerade für Menschen mit starkem Perfektionsstreben:


Früher dachte ich, dass es möglich ist, sich selbst, nur aufgrund eigenes Nachdenkens, Suchens, Strebens, Überlegens und persönlich-subjektiven Erfahrens seinen "Gott" zusammen "zu schreinern" und einen persönlichen Glauben nur für sich allein im Privaten zu leben, aber inwzischen sage ich klar, dass es Eigenverantwortung (eher evangelische Sicht) sowie eine Form von Kirche - als Gemeinschaftsortder Solidaritätmit den Schwachen - für christlich geprägten Glauben zur gegenseitigen Ermutigung und Erbauung (in Liebe) braucht. Denn, so steht es ja im Wort, durch die Torheit der Predigt werden wir selig. Und Glaube kommt vom Hören. Wir sind so vergesslich und darum bedarf es immer wieder der zugesprochenen Erinnerung an die Frohe Botschaft, glaubwürdiger Zeugen mitten im Leben sowie Menschen die sich aus den bequemen Zonen ins Leben und an die Ränder hinaus wagen. Die liturgische Feier und Messe (katholisch) finde ich wohltuend, da hier die Gemeinschaft im Gottesdienst trägt und den Einzelnen entlastet. Außerdem gibt es da nicht so viel zu denken und weniger Worte. Das tut mir persönlich gut. Die äußerlichen Streitfragen sind mir inzwischen gleich. Es geht um das Heil des Menschen und das wird durch die Gnade in der Erkenntnis Jesu Christi von Gott geschenkt. Ob die Institution Kirche noch zu retten ist im 21. JH weiss ich nicht. Ich bin da einfach evangelisch geprägt und sehe eher, dass es immer an glaubwürdigen Menschen hängt, um Zeugnis zu geben und für Christus in Wort und Tat konkret in der jeweiligen Zeit einzustehen. Und das geschieht halt überall da wo Menschen sich begegnen, das Wort teilen, sich austauschen, beten, Lobpreis oder Messe feiern, sich sozial engagieren, usw. Gradmesser kann immer nur das Heil des Menschen sein. Wo dieser Aspekt aus dem Blick gerät und wo Macht, Dogmen, Konfessionsstreitigkeiten und elitär-rücksichtsloses Konkurrenzdenken einsetzt, ist für mich Kirche nicht mehr glaubwürdig, sondern bedarf radikaler Erneuerung. Ja: Es ist dann auch gut, wenn die Menschen austreten und selbst in der Welt aktiv werden und neue Wege gehen. Es geht nicht um die Rettung von Kirche als Institution, sondern um das Heil des Menschen.

Deswegen ist auch die Frage nach der (Be-)Deutung des Kreuzes so wichtig, denn das Kreuz ist immer wieder ein Zeichen des Anstoßes und eine Herausforderung gerade an "vermeintlich aufgeklärte" sowie erfolgsorientiert-elitär-angehauchte Zeitgenossen. Denn der Frage nach dem Leiden und nach den dunklen Aspekten im Leben (Theodizee) wiegt schwer. Das Leid und die Not in der Welt ist mitunter nur schwer und manchmal kaum aushaltbar für uns. Es gibt Kreuzigung und Verfolgung von Christen und Nichtchristen in der Welt! Auch unsere Schattenseiten und eigene, destruktive Seiten an uns wollen wir manchmal lieber wegretuschieren. Mitunter flüchten wir uns an diesem Punkt in einfache Antworten und Erklärungsversuche, in Unschuldsbekundungen oder Schuldzuweisungen. In Esoterik, Grandiosität, Geltungsdrang, Negierung der eigenen Schwächen oder Weltflucht. Doch die alles-erklärende, perfekte Weltformel und einfache Antworten gibt es nicht. Treffen Sie jemanden, der Ihnen wahnwitzige Erfolgsversprechen macht: Sprechen Sie besser nicht mit ihm. Oder seien Sie zumindest äußerst misstrauisch und gehen Sie nicht mit ihm mit wenn er sie zum Gespräch einlädt und versucht sie in seine (womöglich wahnhaft-totalitäre) Gedankenwelt hineinzumanövrieren (Guru-Falle). Es bedarf der Gnade. Es bedarf eines Retters und Richters - außerhalb der menschlichen Schuld-Verstrickungen. Nur mit einer erkenntnistheoretischen Makel-Such-Brille auf Menschen zu schauen, sie zu beurteilen und dabei ständig nach Fehlern, Makeln und "schädlichen Denk- und Verhaltensweisen" zu schauen (Psycho-Schiene), hilft dem Menschen in Not nicht. Der gnädige Blick "du bist bereits gut und angenommen wie du bist" hilft bei Menschen, die am Boden liegen, um sie "auf-zu-sammeln", sie zu stabilisieren und zu ermutigen. Depressiv-verengte Defizitzentriertheit macht krank. Dieser verzerrte, wahnhafte Blick will den Nächsten und sich selbst aktiv und "Konzepte überstülpend" zwanghaft verbessern und gnadenlos zurechtweisen. Doch ich persönlich distanziere mich klar und deutlich von allen Formen von synkretistisch-zusammengeschreinerten Selbsterlösungs- und Selbstvervollkommungs-Ideologien (absolute Antrengung, nur eigenes voran-Streben, Selbstaufopferung, Leistung ohne Rücksicht usw.), die auf den ersten Blick einfach alles erklären können und deshalb anziehend sind. Doch die Frage nach dem Kreuz, nach Schuld, Krankheit und Not können diese geschlossenen Kausalitätsketten nicht erklären. Die Leitmaxime dieser Gnostiker und Freimaurer ist: Nur die allerhöchste Erkenntnis und die eigene, maximale Anstrengung und harte Arbeit an sich ("am rauen Stein und an den eigenen Defiziten") lohnt sich! Dahinter steckt ein enorm hoher Eigenanspruch, der sich dann auch leicht auf das Umfeld oder auf weniger leistungsfähige Menschen überträgt (Maß und Mitte?). Und derjenige der keinen Erfolg hat oder krank ist oder nur bedingt leistungsfähig ist, hat sich dann halt "nicht genug angestrengt"? Göttliche Gnade? Nur “höchste Erkenntnis“; eisern, kalt und ohne wirkliche Liebe und Herzlichkeit, die um die Schwächen weiss. Doch absolute Leistung und Anstrengung ist nicht alles. Es gibt definitiv Grenzen! Wir sollen uns nach bestem Wissen und Gewissen bemühen, wir dürfen auch eifern unter Berücksichtigung eiegner wie fremder Grnezen (diese demütig erkennen) und es ist in Ordnung sich in seinem gesunden Streben an Werten und Idealen auszurichten: Doch es braucht neben dieser Radikalität des mutigen Voran-Preschens auch Ernsthaftigkeit, Güte und Gelassenheit und das Achten eigener sowie fremder Belastungs-Grenzen.

Auch die Klärung der Schuld-Frage kann ein Guru, ein Esoteriker und ein Gnostiker nicht liefern. Diese Menschen sagen: "Es gibt keine Schuld." Ich gebe zu, dass es hier schwierig wird. Weil ich selbst die ständige Überbetonung von Schuld (auch wo vielleicht gar keine "große, große Schuld" je im Lebensweg aufgeladen wurde) im kirchlichen Kontext auch äußerst schwierig und mitunter manipulativ-destruktiv und niederdrückend finde. Schließlich wurden wir erlöst und errettet und frei gesprochen (gerechtfertigt) durch Christus. Geistlich gesehen also "vollkommengemacht" (nicht perfekt, sondern geistlich lebendig, liebesfähig, aufgebrochen und offen auf andere Menschen hin)! Gleichzeitig erfolgt, zumindest bei den Katholiken, ja immer auch gleich die Lossprechung und die Erinnerung "Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach trittst, „aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele wieder gesund". Es ist viel Missbrauch betrieben worden mit dem Thema "Schuld" und aus der Frohen Botschaft ist viel zu oft eine Drohbotschaft geworden (Höllenandrohung, Ablassbriefe, usw.), doch aus christl. Perspektive gibt es definitiv Schuld, Sünde und Not im Leben von Menschen und es hilft sich demütig daran zu erinnern, dass wir bedürftige Gäste auf Erden sind und dass wir der Menschen um uns wie auch des lebendigen Wortes Gottes bedürfen. Wer sich gänzlich selbst genug ist, ist nicht mehr bedürftig, sondern er ist vollendet angekommen (oder zwanghaft in seinem Perfektionismusstreben selbst verschlossen?).

Und, wie ich das hier schreibe, fällt mein Blick auf die drei Worte: "Nur ein Wort"... Sprich "nur ein Wort" - und das weist ja irgendwie Ähnlichkeiten auf, zu "nur ein David". Bedeutung? Vielleicht: Ein Wort Gottes reicht, nur ein Wort, um unsere Seele zu heilen, zu nähren und unseren Durst zu stillen. Gott schenkt sich, wird Mensch, gibt sich hin bis in die äußerste Gottverlassenheit und Ohnmacht - für uns und unser Heil in Christus Jesus.
 
Achtung vor Irrlehren: Esoterik, Spiritismus usw.

Noch zum Thema Schuld: Das Überbetonen aber auch das Leugnen von Schuld kann eine sehr problematische Richtung annehmen, gerade beim Thema Missbrauch und Macht und bei Menschen die selbst (als Kinder) Opfer (Traumata) oder schwer krank geworden sind ("die isch halt selbst schuld"). Zugleich ist es nicht am biblischen Wort festgemacht: "So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns" (1. Johannes). Nach vereinfachten Guru-Erklärungen wäre immer ich als Mensch gemeint, wenn mir etwas Schreckliches in dieser Welt zustößt (Mobbing, Missbrauch, Menschenhandel, Unfall, Trennung, Amoklauf, Krankheit, Arbeitsplatzverlust, usw.), weil das ja "nur logisch" und "kausal durch Ursachenforschung immer vollkommen erklärbar" wäre: Reines, kaltes Tun-Ergehen (Gesetz). Für alles die passende Antwort: Mit eigenem Wollen und maximaler Anstrengung kann der edle und tugendhaft gesinnte Mensch alles erreichen. Er braucht keinen guten Hirten, niemanden der ihn behütet und bewahrt, denn er ist perfekt und weiss auf alles eine Antwort (meist weiss er es auch besser). Wer keinen Erfolg hat, ist selbst schuld. Damit ist die Basis gelegt für eine scheinbare Rechtfertigung des Menschen - ganz ohne Gott!

Darum mag ich die Betonung der Eigenverantwortung im evangelischen Kontext, sodenn es nicht zu sehr in Richtung Allverantwortlichkeit und Verausgabung abdriftet. Gleichzeitig liebe ich das Getragenwerden in Liturgie und Gesang der katholischen Freunde. Generell das Wort Kommunion und diese Form der liebenden Gemeinschaft spricht mich an. Ich habe ein lebendiges, ein mitgehend-offen-weites Gottesbild, kein funktionialisitsch-technokratisch oder perfekt-in-sich-verschlossenes. Und eine Hoffnung auf einen gütigen, gerechten, beschenkenden und uns in unserer Einmaligkeit ganz bejahenden und überall hin mitgehenden Gott der Güte, der Freundschaft und des Friedens, der uns zur rechten Zeit jedoch auch Aufgaben (ein Pensum) stellt, die wir mitwirkend bewältigen können und der uns immer wieder (sanft auch heraus-fordernd) ruft und uns (gerade auch in oder nach Brüchen) end-gegen kommt. Schon in dieser Welt. Doch ich, Simon Felix, erkenne nie alles. Das wäre und ist abolut vermessen: Seine Wege sind höher als unsere irdischen Wege. Wir suchen Erklärungen und allumfassende Erkennntnis und Streben nach Vollkommenheit, doch: Wir sind Pilgerinnen und Pilger und verstehen immer nur in Stücken aus unserer geschöpflichen Begrenzung heraus, bis Gott (konkret v.a. in den armen und schwachen Menschen) in unser Leben tritt und wir wirklich vollumfänglich erkennen wie wir erkannt worden sind. 
#einander-dienend-aufeinander-angewiesen #nobody-is-perfect #wachstum-in-christus


Auch als wiedergeborene oder versiegelte oder im Geist geheiligte Christen, sind wir noch in dieser Welt und in Abhängigkeiten verstrickt. Es gibt Bewährungsproben und Bedrängnisse. Ja: Es ist ein geistlicher Kampf! Die Waffe? Das Wort Gottes, Gebete, Gerechtigkeit und Liebe üben etc. Und es gilt Gott in Jesus Christus zu leben (uns selbst der Sünde für gestorben halten) und aktiv in Bedrängnissen, Widerständen, Schmähungen und Versuchungen auszuharren und dem Bösen überwindend aktiv zu widerstehen und sich nicht wieder neu unter ein Joch der Knechtschaft einfangen zu lassen. Wir sind Freunde Jesu geworden und haben einen kindlichen Geist empfangen. Uns aggresssiv, toxisch und mutwillig krank machende Menschen sollten wir definitv meiden, wenn Sie uns immer wieder scheisse behandeln und Lügenmärchen auftischen: Grenzen setzen! Frieden halten - wo es geht und wo es an uns liegt. Doch es geht nicht immer und nicht mit jedem: Bei sich, der eigenen Familie und Freunden anfangen - das reicht doch schon mal...

Wie kann man bestehen? Vielleicht in dem man seine Schwächen und Schatten und sich selbst gut kennt. Gerade in leitenden Führungspositionen, aber auch im Kleinen, um Macht nicht zu missbrauchen, sich selbst nicht zu bereichen und um demütig zu bleiben. Doch es macht einen Unterschied, woraufhin meine letzte Hoffnung sich richtet. Richtet sie sich im Letzten auf diese Welt und dieses Leben allein oder habe ich Hoffnung und Gewissheit, dass das Reich Gottes hier zwar bereits schon aufwächst und entsteht und schrittweise vollendet werden wird (von Gott her), es aber noch nicht vollkommen vollendet ist und die Schöpfung wie wir auch noch dieser Vollendung harren. Kausal-perfekt-totalitär-geschlossene und logische Denkformen führen (zu Ende gedacht) immer zu einer Verharmlosung von Täterschaft bspw. in Kriegen oder auch schon im Kleinen an Schulen oder am Arbeitsplatz. Dieses rein “vernünftige“ Logik-Denken sagt: Alles was dir geschieht, hat mit dir und deinem Denken wie Verhalten zu tun. Es sagt dir: Du bist nicht gut wie du bist und dir fehlt da und dort und überhaupt noch was. Oder: Weil du ein passiver Mensch bist der viel erträgt und erduldet, wirst du von allen um dich herum scheisse behandelt. Weil sich die Juden und die Opfer im zweiten Weltkrieg nicht gewehrt haben, usw. Dieses Denken ist wirklich "total" anziehend und "funktioniert" bis zu einem gewissen Maß sicherlich. Doch auch die menschliche Logik kommt an Grenzen, da sie nicht lebendig, nicht aufgebrochen und nicht liebesfähig ist, sondern totalitär ein geschlossenes, vereinfachtes Denkgebilde erschafft, dass in sich selbst optimiert gefangen ist und alles restlos verstehen will. Die Einheit auf der anderen Ebene ist aber kein geschlossenes System ("um schon mal jedem Elitemenschen die Hoffnungen zu nehmen" (Amewu)). Gott ist Liebe und Liebe ist gütig, ist bejahend und nimmt Menschen an/ auf, ermahnt und ermutigt, doch ist niemals vollkommen verschlossen. Auch im Nationalsozialismus hat sich ein solches, in sich geschlossenes und wahnhaft-verzerrtes "perfekt-totalitäres" Denken breit gemacht (Sündenbock-Mechanismus).

Es trifft hier am Ende immer die, die sich nicht wehren können oder sich nicht wehren wollen.

Das ist sozusagen ein Mechanismus in dieser Welt: Knallhartes Ursache-Wirkung-Welt-Gesetz und die Suche nach einem "Schuldigen"! Es trifft dabei immer die Schwachen und Randständigen sowie die Minderheiten und die die sich nicht wehren können od. wollen! Darum, wer wirklich sucht - wird Jesus Christus finden! "Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubt, der ist gerecht." Es braucht diesen einen Retter und Richter, der außerhalb unserer Verstrickungen und über allen Menschen steht und der im Fleisch gekommen, als makelloses Opferlamm die Sünde auf sich genommen und in sich erlöst hat und somit den Tod, den Bösen und diese Welt überwunden hat. Da braucht es dann kein zwanghaftes, sich selbst irgendwie rechtfertigen-wollendes Selbstverbessern mehr... Dann sieht man auch nicht mehr nur die Makel und Fehler, sondern wechselt in den Bereich der Gnade und der Güte hinein: In Christus! Denn durch die Annahme von Jesus Christus als Erlöser ist man wirklich "drin in Christus" und lebt in einem neuen, geheiligten Gewand - in Liebe! Womöglich muss man selbst Niederlagen und Zusammenbrüche, Scheitern und den Schmerz des Fremdseins erlebt haben um an diesen Punkt des ohnmächtigen Verweifeltseins gelangt zu sein, wo man sich demütig eingestehen muss:  
„Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leib des Todes?“ (V. 24). Das ist der Augenblick der inwendigen Befreiung! Denn jetzt ruhen die Augen auf dem Herrn Jesus Christus und dem, was ER aus Liebe zu uns getan hat.


Ja, wir haben gemäß der Subsidarität Eigenverantwortung und Freiheit für die Gestaltung unseres Lebens. Doch es braucht auch Solidarität und auch unser Eingeständnis an manch einer Stelle: Ja, hier habe ich mich scheisse verhalten, da bin ich meiner Verantwortung nicht gerecht geworden oder habe Schuld auf mich geladen (Gewissensprüfung). Und dann in der Folge: Umkehr und ein neuer Anfang. Doch dazu braucht es erst einmal Reue und Einsicht. Und der eine sucht ständig bei sich wie ein Besessener Fehler, falsche Denk- und Verhaltensweisen und so weiter, und der Andere denkt sich halt locker flockig: "Haja, dann gang ich halt beichten" oder "der hat die Behandlung halt verdient, weil er sich scheisse verhalten hat!" #so-what? Es stimmt: Es kann definitiv destruktive Denk- und Verhaltensweisen geben, die weg von Gott, weg von den Mitmenschen und in Isolation und Einsamkeit oder Krankheit führen (Abwärtsspirale/ Entfremdung, massive Süchte, destruktives, andere Menschen mutwillig schädigendes Verhalten, Hochmut, Hybris,  etc.). Doch manche Krankheiten sind nun mal einfach da (angeborene Behinderungen, genetische Veranlagungen, Umwelteinflüsse, z. B.) oder sie entstehen im Lebensvollzug und in gewissen Kontexten (Risikofaktor: Armut, Arbeitsunfälle, usw.).

Und der eine Mensch steckt einen Unfall oder eine Krankheit super gut weg, der andere Mensch zerbricht vielleicht daran. Meine eigene Herzenshaltung hat sich durch die intensive Begegnung und Auseinandersetzung mit verschiedenen suchenden (auch spirituell, philosophisch und psychologisch gebildeten) Menschen jedenfalls noch mal stärker konkretisiert und mir ist noch klarer geworden, dass in Jesus Christusalle Gnade (und Erkenntnis) zu finden ist und dass das demütige Einsehen der eigenen Geringheit, der eigenen Schuld und des eigenen Zurückbleibens hinter himmelhoch gesteckten, perfekten Idealvorstellungen, also die demütigende Erkenntnis der eigenen Schwäche und Unzulänglichkeit zum demütigen Eingeständnis führt: Ja, ich bin nicht perfekt und brauche Geduld und Gnade im Blick auf mich und auf andere Menschen. Und doch auch Strenge, wo und bei wem sie angebracht ist (den Schwachen und Traumatisierten nicht über Erkenntnis zurechtweisen wollen) und auch mich selbst gilt es gut "zu beherrschen", mal mit Güte, mal mit Strenge, um weiter aufrecht durchs Leben gehen zu können! #Ängste-los-lassen-lernen! #Fehler-machen-gehört-zum-Leben #Irren-ist-menschlich! #keiner-ist-ein-Supermann-Durchschnitts-Daddy-ist-ok!

Die christliche Hoffnung überzeugt und kann sich immer wieder erneuern und auch kritische Fragen zulassen. Die Domatik ist bestenfalls nicht in sich geschlossen, sondern lebendig, aufgebrochen und liebesfähig. Ein Mensch der ohne vertiefte Erkenntnis der Gnade ist, kann es einfach nicht ertragen und aushalten, dass es Leid, Krankheit und Schwachheiten gibt. Er verdrängt bei sich das was er nicht sehen will: Schwäche, Unvollkommenheiten, Makel usw. und projiziert das was er an sich verdrängt, auf andere Menschen: "Dir fehlt da noch das, nein, das ist es noch nicht, daran musst du noch arbeiten, du bist auf einer unteren Entwicklungsstufe, dir fehlt da noch die rechte Erkenntnis usw." Doch die Schwäche gehört zu uns Menschen dazu und gerade in dieser vollendet sich Gottes Kraft: "Meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung!" Und trotzdem braucht es auch das eigene Bemühen und die Anstrengung und neuen Mut um den Lauf zu vollenden - allen Widerständen, Schmähungen und Anfechtungen zum Trotz (et-et/ sowohl-als-auch). Ein sich als stark, kühn, unverletzlich und absolut unbesiegbar empfindender, von sich selbst vollkommen überzeugter, nie zweifelnder, stolz und humanistisch orientierter Idealist erkennt die unvollkommen-unübersichtlich-chaotische Welt nicht als solche an. Er sucht die Lösung seines Leidens in einer perfektionistisch über-dealisierten und entrückten, alles restlos mit allumfassendem Verstand erklären könnenden Totalitaritäts-Esoterik (frühere Leben, Reinkarnation, Entwicklungsstufen, perfekte Lebensführung, psychologisch-philosophische Ursachen-Erklärungsmodelle, maximale Arbeit an sich Selbst usw.) und versucht Andere von seiner Theorie (Konzepte überstülpend) zu überzeugen.

Doch er verweist nicht auf Jesus Christus als Retter, Heiland und guten Hirten. Doch wer nicht mit ihm sammelt, zerstreut! Wer sich nicht bekennen und festlegen will, bleibt im esoterisch Ungefähren und weicht der eigenen Sündhaftigkeit und Erlösungsbedürftigkeit sowie der Schuldfrage und der Übernahme von gesell. Verantwortung aus: Er meint sich selbst aus eigener Tugendhaftigkeit heraus vervollkommnen und erlösen zu können (mit eigener Kraft!) und doch endet sein Selbstverbessern-Wollen erst in der Annahme der Erlösung durch Jesus Christus und sein Opfer für uns, denn Christus war und ist das Lamm Gottes: Makellos und ohne Sünde! Und diese Wahrheit macht wirklich frei, wenn wir unser Begrenztsein anerkennen und auf Ihn blicken, den Anfänger und Vollender des Glaubens: ER trägt löst rettet und voll-endet! #der-gute-Hirte!

In Christus erkennen wir Gott: Den Guten Hirten! Nur durch ihn gelangen wir hinein. Dann hört auch alles zwanhafte verbessern wollen auf. Nach der Rechtfertigung durch Gott sind wir frei und können dann wirklich lieben und Gerechtigkeit üben und werden durch den Heiligen Geist inwendig geheilt. Das ist dann wirklich ein Neues Leben. Eine Weltformel oder universale Sprache mit perfekten, totalitären Erklärungen gibt es nicht. Das Weltgeschehen ist hochgradig komplex. Die Liebe jedoch ist einfach und konkret. Gott erbarmt sich aller Menschen und durch die Gnade und Erkenntnis Jesu Christi werden wir wirklich frei. Oft sind es Ängste und die Scham vor dem Zurückgewiesenwerden durch andere Menschen, die uns zurück- und kleinhalten und uns ausbremsen. Doch es braucht uns als Zeugen in Wort und in Tat - in der Welt! Und das Eingeständnis bei sich selbst: Ich kann die Welt nicht selbst retten, ich bin nicht besser oder größer oder stärker als alle anderen Menschen, ich habe etliche Schwächen und Ungereimtheiten in meinem eigenen Leben, ich kann mich und ich kann Andere allenfalls begleiten und mein Bestes geben, aber ich kann mich nicht selbst erlösen und es braucht deshalb Gottes Handeln und Mit-Wirken in meinem Leben. Wir bleiben bedürftig nach Menschen und nach Gott. Neben der autonomen Selbstbestimmung mit einem gesunden Selbstvertrauen und eigenen Entscheidungen auch das Zugeben und Zulassen von Schwäche, Angewiesenheit, Abhängigkeit, Unzulänglichkeit und einem liebenden "ich verlasse mich - auf dich!"

Es hat mich wirklich immens herausgefordert in der Auseinandersetzung mit erkenntnis-zu-sehr-liebenden Menschen meine Hoffnung (trotz allen Leids in der Welt) zu bezeugen, doch es hat mich auch stärker gemacht, bewährter und resistenter gegen hohe menschliche Gedankengebäude, Philosophie, Psychologie und hat mich bestärkt Jesus Christus mutig als Retter und als Weg und Wahrheit und Leben zu bezeugen. Und ja, es benötigt auch und vor allem das konkrete Tun. Sonst verlieren wir unsere Glaubwürdigkeit. Doch gleichzeitig mit Maß und Mitte und mihilfe der eigenen Begabungen und im Rahmen sowie in der Wahrung eigener wie fremder Grenzen. Der präzis-rein-logische Blick führt aus dem Blick der Gnade in eine herzlos-hart-funktionalistisch-hochgeschraubte Fehlerverbesserungs-/ Selbstoptimierungs-Ideologie. Zum Verständnis: Beim Psychologen oder Guru werden immer kausal alle möglichen Erklärungen für das eigene Leiden oder die eigene psychische Verfassung gesucht (bei esoterisch angehauchten Menschen oder Gurus geht die Kausalitätskette dann auch noch zurück bis in frühere Leben und Inkarnationen, usw.). Der Seelsorger spricht dir (wie ein guter Hirte im Miniaturformat) jedoch einfach “nur“ zu: Gott liebt dich so wie du bist! Er kennt dich und deinen Namen und er ist da - in allen Situationen, in deinen Fragen, Zweifeln, Schwierigkeiten, Anfechtungen und auch wenn du dich einmal richtig scheisse, krank und zurückgeworfen fühlst. Gott braucht keine perfekten Menschen.


Gerade die Hiob-Geschichte warnt uns eindrücklich vor vorschnellen Erklärungsversuchen und weiss doch um die menschliche Tendenz des Leid-restlos-erklären-Wollens (Weil du das so und so gemacht hast, ... Führt nur in Vorwürfe und endlose Diskussionen...). Die wirklich Frohe Botschaft ist das aber nicht. Es braucht, so glaube ich, beides: Güte und Strenge, Ernsthaftigkeit und eine gehörige Portion Gelassenheit. Gott ist auch im Leiden und in der Not bei und mit uns. Er ist immer gegenwärtig. Und jetzt die Frohe Botschaft aus der Heiligen Schrift: “Denn durch dieses eine Opfer hat er alle, die er heiligt, für immer vollkommen gemacht” (Hebräerbrief 10,14). Wir sind also vollkommen in Christus dargestellt durch die Annahme von dem Opfer Jesu Christi am Kreuz. Nicht perfekt im menschlichen Sinn, doch "vollkommen gemacht" (von Gott her), sofern Gottes Geist in uns lebt und Gott unseren Geist inwendig heiligt (Glaube)! Denn durch die Erkenntnis Jesu Christi haben wir den neuen Menschen und somit ein "neues Gewand" angezogen. 

#Weg-der-inneren-Heiligung

In rein erkenntnisorientierten Weltbildern fehlt eigentlich immer: Eingeständnis der eigenen Sündhaftigkeit (Schuld?), Erlösung (Ich?), Annahme von Rettung (Wozu?), Erlösungsbedürftig? (Ich? Ich bin doch mir selbst genug und bezaubernd), Befreiung?, Zulassenkönnen eigener Schwäche, Sühne und das Bekenntnis von Jesus Christus als Retterund Richter. Das ist nicht annehmbar für Gnostiker, da sie dadurch eigene Schwäche zulassen und zugeben müssten, dass auch sie Erlösung und Gnade und Gottes Wirken an sich brauchen (Demut). Ich würde sogar sagen, dass im Hintergrund bei derartigen "verbesserungswütigen Erkenntnis-und-Elite-Menschen" ein anklagend-knechtender Geist wirksam ist, der mit wahnwitzig-übersteigerten Lügen-Forderungen abzubringen versucht von der liebevollsten und zugleich stärksten Person: Jesus Christus! Auch der perfekteste Welt-Erklärer und Erkenntnis-Minister kann nicht alles vorhersagen und erklären. Warum: Er ist nur ein Mensch. Er hat höchstens simplifizierte Antworten auf quälende Fragen wie: Warum habe ich diese genetische Krankheit, warum stirbt mein Kind an einem tödlichen Unfall, warum habe ich diese psych. Erkrankung, warum gibt es Krankheit, warum war ich unachtsam und habe einen Unfall verursacht, weshalb hat meine Frau mich verlassen, usw.

Perfekte Erklärungen sind wie die Erklärungs- und Deutungsversuche der Freunde Hiobs: Unzureichend in der Seelsorge leidender und traumatisierter Menschen. Für mich ist das Kreuz deshalb ein Bild der Hoffnung, trotz aller Karfreitage und Düster-Zeiten im Leben. Es steht für Hoffnung und Bejahung und nieendende Liebe gerade auch in unseren Schwachheiten und gerade auch in der subjektiv erfahrenen Gottferne, im Scheitern und in der Finsternis, denn Gott kennt diese Not und kann uns auch an den schrecklichsten Orten (Psychiatrie, Gefängnis, Kriegsschauplätze, etc.) nahe sein, weil er selbst in Jesus Christus in das ohnmächtige Leid und in die Not am Kreuz gegangen ist, um somit alle Menschen erreichen, erretten und zu sich heimführen zu können. Auch die, die Schuld im Leben auf sich geladen haben, kann er so noch finden und - sodenn Sie umkehren und sich Ihm in die Arme geben - retten. Gott weicht somit dem Leiden und der Not nicht aus, sondern kann es - mit uns gemeinsam ertragen und aus-halten. Wir sind es oft, die sich an der Botschaft des Kreuzes stoßen, da sie heraus-fordert und unseren Stolz (auf unser eigenes Tun und gut-Sein) ankratzt. Das ist wirklich die  

Frohe Botschaft: Jesus Chrisus als gekreuzigter und auferstandener Heiland!
Irrlehren, die von der Erkenntnis der Gnade wegführen: Pelagianismus und Gnosis

Mir persönlich geht es um das Heil von Menschen, nicht um die Rettung von Kirche als Institution, wenngleich es auch diese - zur Erinnerung, zur Konkretisierung und zur Weitergabe des Glaubens - braucht. Doch Kirche ist konfessionsübergreifend dort wo Christus ist: Am Rand bei den Armen, bei den Ausgeschlossenen, bei den Schwachen, Kranken und Bedürftigen. Kirche als Moral-Institution mit Dogmengefängnissen ("hohe Gedankengebäude") sehe ich einfach kritisch, wenngleich es auch Gottesdienst und Gemeinschaft, Gebet und Gesang braucht als Rückzugsorte der Kontemplation. Ich bleibe kritisch und möglichst klar und profiliert und ich sehe einfach die Schwierigkeiten in kirchlich und konfessionell zu eng gedachten Gemeindeformen (nur unsere Kirche, unser Kreis, unser Club, usw.). Wenn zu idealisierte, verengte Bilder gezeichnet werden von einem abgegrenzten "nur wir Christen oder Juden oder Muslime oder unsere Konfession und (Splitter-)Gruppe sind die einzig auserwählten Kinder Gottes" folgt daraus meist ein problematisches Denken, da sich jedes (von Menschen gemachte) System selbst erhalten will.

Deshalb mag ich auch eine Kirche, die es aushält nicht perfekt sein zu müssen und die Menschen ohne Druck auszuüben gehen lässt (auch an die Ränder gehen lässt) und womöglich genau darin auch die Chance erkennt. Denn es geht nicht um Macherhalt und das Aufrichten des eigenen herrlichen Reiches, sondern um das Reich Gottes! "Hier wächst es auf, seht ihr es denn nicht?" Was nicht funktioniert: Fanatische Reinerhaltung des Glaubens (auf Teufel komm raus), durch Vernichtung, Diffamierung und Ausgrenzung Andersdenkender; Herabsetzung anderer Menschen durch verurteilendes Bewerten und ein egomanisch-überhöhtes "scheinbar-klug-sein" sowie eine fundamental-fanatische Ausschließlichkeit, die nicht den Raum - im Letzten - offen lässt für Andersdenkende. Denn aus perfekt in sich geschlossenen (Ursache-Wirkung)-Weltbildern (Filterblasen) resultieren: Fanatismus, Extremismus und Fundamentalismus. Sprich: Eine Gefahr, der wir alle immer wieder ausgesetzt sind, sobald sich unsere Selbst-, Fremd- und Weltbilder zu sehr in sich selbst verengen und überidealisiert, extremistisch oder emotional (oder auch religiös-fanatisch) überladen verschließen. Gottes Volk sind alle Menschen (Timotheus-Brief: Ein Retter aller Menschen). Das ist dann schon eine echte Herausforderung in gewissen konservativen Kreisen und Gruppen, doch: (Agape-)Liebe schließt nicht aus!

Alle Menschen sind Volk Gottes! #Kein-Fanatismus! #Gnade-und-Erkenntnis-in-Christus


Dazu mein Bekenntnis in Gedichtform:

Kausalitätskonstruktionen
können eifrig erklären
doch selbst höchste Erkenntnis
kann keine Liebe gebären.
Perfektes Denken, Verhalten,
im geschlossnen System,
will gefangen halten,
mit selbst erdachten Ideen.
Die Irrenden leugnen,
dass jeder Erbarmen braucht,
einen Fürsprecher, der tröstet,
errettet und Sünder erkauft.
Weltbild: makellos
idealisiertes Selbst
großartige Lügen
von sich und der Welt
Vollkommen ist nur
die Liebe allein
Vorstellungswelten
im Kopf sind zu klein
die Erkenntnis der Gnade
in Jesus Christus befreit,
zu Liebe, Hingabe,
und einem Herzen das weit


Wie schnell und wie brandgefährlich breitet sich in unser aller Denken und Wahrnehmen, gerade auch heute wieder, Rassismus, Fanatismus, Extremismus und Antisemitismus aus, aber wir (gerade wir als in Deutschland sozialisierte Menschen nach den Erfahrungen des zweiten Weltkriegs, der Wiedervereinigung und der Zuwanderung von Geflüchteten und Migranten) dürfen auch weiterhin niemals vergessen:  

Das Heil kommt aus den Juden!
Und in Abraham sollen gesegnet werden
alle Geschlechter der Erde!

#tragemeinsam #ein-einziger-gott

Trotz offener Fragen, Zweifel und oft nur angedeutet-unvollständigen Antworten, habe ich noch Hoffnung auf das Kommende und sehe zugleich mit Sorge die wachsende Polarisierung in Deutschlandund der Welt. Doch ich bin gewiss, es muss so kommen und Gott ist treu! ER wird unser Tun beschenken und vollenden. Wir bleiben gemeinsam als Christen mit Muslimen, Juden und anderen Menschen mit anderen Weltanschauungen, Prägungen, Werten und Idealen als Pilgerinnen und Pilger: Unterwegs! Nicht als ziellose Vagabunden, sondern pilgernd ausgerichtet auf die zukünftige Stadt, die wir suchen: "Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die Zukünftige suchen wir." (Hebr 13,14). "Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allem." (1. Kor 12, 6). Und so können wir vielleicht auch in den kontroversen und nicht immer einfachen Auseinandersetzungen und Gesprächen mit Menschen am gesellschaftlichen Rand und mit anderen Wertvorstellungen lernen und erfahren, dass uns gerade hier bei und in diesen Menschen Gott begegnet und wir im Kontakt heraus-gefordert werden aus unseren Mustern und Bildern und eigenen Vorstellungen. Gleichzeitig bin ich heute deutlich vorsichtiger geworden und grenze mich klar von jeglicher Form von Extremismus (links, rechts), Fanatismus sowie von Antisemitismus und Islamophobie ab. Gott ist ein Retter und ein Richter aller Menschen! #Unser-Weg-als-Christen-ist-Jesus-Christus-als-Retter! #Demokratie-in-Deutschland #nur-ein-David

Da mein Schreiben hier endet und mein lyrisches Werk mit "Eleminend" abgeschlossen ist, habe ich mich entschieden, alle veröffentlichten Lyrikbände hier zum Download 4free anzubieten:


ER* wirkt - alles in allem: H-ALLE-LU-JA!

*barmherzig umarmend wie ein Vater, liebevoll tröstend wie eine Mutter (sowohl als auch).


 #Unser-Weg-ist-Christus-auf-dem-Weg-zum-Vater! #Vollendung-als-Mensch


Womit ich persönlich mich immer schwer tat als perfektionistisch-ehrgeiziger Typ Mensch war und ist die Annahme meiner Fehler, Schwächen und Unvollkommenheiten. Damit verbunden: Der Wunsch und die Suche nach Bestätigung und Resonanz. Und doch kann ich sagen: Ich bin Gott begegnet, in einem anderen, bedürftigen und elenden Menschen aus Damaskus. Hier habe ich Resonanz erfahren und bin jemandem begegnet, der mit ganz ähnlichen Thematiken zu kämpfen hat wie ich. Seid wachsam! "Wenn jemand Euch sagt, er habe den Christus hier oder dort gesehen, bitte: Geht nicht mit ihm oder ihr mit. Es ist böse Zeit!" Und doch ist Gott auch jetzt noch zu finden. Denn jetzt ist die Zeit des Heils und der Gnade. Hier und Heute. #Gott-heiligt-uns-im-Geist

Nur die eigene Leistung bringt nicht den erwünschten Erfolg. Denn was bringt alles eigene Voran-Streben, wenn die Liebe dabei auf der Strecke bleibt? Was nützen höchste Erkenntnis und Ideale und die aller-edelste Gesinnung, wenn ich “ich liebe dich“ nicht mehr sagen kann? Darum ist der hohe Anspruch auf Vollkommenheit ein Antrieb, vollendete Liebe & Lebenshingabe in Sanftmut und Demut geduldig zu üben. Wir erlösen und erretten uns aber eben nicht selbst aus ehrgeizig-rasant-voran-getrieben-sich-selbst-knechtender Leistung im alleinigen Vertrauen auf unsere eigene Kraft, Stärke und Perfektion (Selbstvervollkommungsideologie und Selbsterlösungsprojekt), sondern der Allerbarmer (für uns als Christen: der barmherzige Vater) ist es, der das Heil (sich unser erbarmend wie ein Vater) schenkt, Leben und Kraft spendet, sich erbarmt und uns als seine Kinder, als Töchter und Söhne ins Dasein ruft. Und weil alle in der Widerspenstigkeit mit eingeschlossen sind, kann Gott sich auch aller Menschen erbarmen: 

Alle Menschen ermangeln des Ruhmes den sie vor Gott haben sollten:

ERrettet: dichtragend, bejahend, vergebend, belebend, haltgebend, heilspendend, nieendend.

Text: Simon Felix Geiger | Grafik & Gestaltung: Adèl Kovacs-Ehret
 

Mit diesem 250sten Blog-Eintrag und nach 12 Jahren "Dichter- und Poet"-Sein verabschiede ich mich für einige Zeit von diesem Blog, der jetzt für sich steht und offen ist gelesen zu werden. Meine Saat ist ausgebracht. Ich gehe ins Empfangen - am Boden. Wortkarg. Kommentarlos an den Dingen.  

Die Liebe hört niemals auf!

Euer und Ihr,

Simon Felix Geiger                                                               Feiburg im Breisgau, 2020