Sunday, 15 January 2017

ganzendent

Das Buch ist im Druck! Am 17. Februar 2017
erscheint mein neuer Lyrikband "ganzendent"
beim Brot und Kunst Verlag, Neustadt an der
Weinstraße. (Vor-)Bestellungen sind ab sofort
möglich unter: simon.geiger [at] yahoo.de

Monday, 2 January 2017

Einstimmung


Dritte Videoauskopplung zum Gedicht "einstimmung" aus meinem neuen Lyrikband "ganzendent", welcher am 17. Februar 2017 beim Brot und Kunst Verlag veröffentlicht wird.

Ganzendent ist, nach Fragmen(t)sch (2015), meine zweite Veröffentlichung im Lyrik im Quadrat-Format beim Brot und Kunst Verlag (Vor-)Bestellung ab sofort möglich unter simon.geiger@yahoo.de

Video/ Schnitt/ Musik: C-y (Cane Harry)



einstimmung

ich hätte gern ein dickes Fell
mit samtfeinseidnem Naturell
doch schon ein mattes Wort genügt
und Wortgoldwaagen schrein: sie lügt!

Dornenkränze um die Iris
ich such Wahrheit doch weiß: mir biss
eine Kobra ins Genick -
Trübung vom einst klaren Blick

Belangloses wird falsch verzerrt
gewinnt dabei an Nonsensewert
wird fein geflüstert langsam groß
und setzt an zum finalen Stoß:

Du bist schön und du sprichst weise
lass das Schlangenflüstern leise
wahrgenommen schweigend stehn
Stimmen kommen Stimmen gehn

Thursday, 22 December 2016

Nagelkreuzgemeinschaft

In diesen Zeiten des Terrors, des Rückzugs, der Polarisierung der Gesellschaft gilt es, besonnen zu reagieren und nicht voreilig Schlüsse zu ziehen und sich selbst gegenüber aufrichtig zu bleiben und sich einzugestehen, dass wir alle aneinander schuldig geworden sind und werden und dass geschlossene Weltbilder immer die Gefahr bergen, den Dialog und das Auf-Augenhöhe-Begegnen mit dem Anderen, dem Fremden, dem Gegenüber zu verweigern und das Nichteigene abzuwerten und schlecht zu machen und von sich selbst wegzustellen, es auszugrenzen, abzuwehren, wegzustoßen und nicht anzuerkennen. Gesellschaftsgräben werden nicht von heute auf morgen zugeschüttet. Das Trennende ist Realität zwischen Rassen, Klassen, Milieus, Kulturen, Religionen, Geschlechtern; sprich: zwischen uns Menschen. Und mitunter verlaufen auch in uns selbst tiefe Risse, Verletzungen und Gräben und es fällt uns schwer, all diese verschiedenen, sich zum Teil wechselseitig widersprechenden, eigenen Anteile im Abgleich mit dem Anderen auszutarieren und in Balance zu halten. Doch auch das ist ein Prinzip; innerseelisch wie auch gesellschaftlich gesehen: Alles Weggestoßene, Unterdrückte, Nichtdazugehörende, Abgewertete trägt Verletzungen der Ausgrenzung und Diskriminierung tief in sich, die nicht zusammenhanglos aus dem Nichts plötzlich unvermittelt in Einzelnen von heute auf morgen entstanden sind, sondern durch Gewalt und Einwirkung von außen in einem lange andauernden Prozess der Herabwürdigung und Ausbeutung; durch Zerstörung von Lebensräumen, durch Ausbeutung und Habgier, durch schlechte Taten verhärteter, perspektivloser, habgierig gewordener, abgestumpfter Gemüter, die der großen Müdigkeit und der Dunkelheit der heutigen, wirren Zeit erlegen sind. Doch unser Augenmerk liegt auch zu sehr auf dem Negativem. Die vielen positiven kleinen Projekte und Initiativen, die unsere Gesellschaft friedlich formen und hin zu einer besseren Zukunft für alle, basierend auf den Werten unseres Grundgesetzes, in Vielfalt gestalten, werden so selten in der öffentlichen Berichterstattung hervorgehoben, sodass leicht der subjektive Eindruck entsteht, dass "alles immer schlimmer" wird. Klar ist auch: Terror lässt sich nicht vollends verhindern. Die vollkommene Sicherheit gab es nie und wird es auch nicht geben. Aussagen wir "jetzt erst recht" und "wir lassen uns nicht spalten" geben Hoffnung und schenken Zuversicht auch über die anstehenden Weihnachtsfeiertage und im Hinblick auf Silvester und Neujahr. Wir sind allesamt aneinander schuldig geworden. Unsere Seelen lechzen nach Hoffnung, nach Liebe, nach Friede, nach Licht und mehr denn je: nach Trost und Versöhnung.


Versöhnungsgebet von Coventry

1959 wurde das Versöhnungsgebet von Coventry formuliert. Seitdem wird es an jedem Freitagmittag um 12.00 Uhr im Chorraum der Ruine der alten Kathedrale in Coventry gebetet.

„Alle haben gesündigt und ermangeln des Ruhmes,
den sie bei Gott haben sollten.“ (Römer 3,23)

Darum beten wir:

Den Hass, der Rasse von Rasse trennt,
Volk von Volk, Klasse von Klasse, Vater, vergib.

Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen,
was nicht ihr eigen ist, Vater, vergib.

Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt
und die Erde verwüstet, Vater, vergib.

Unseren Neid auf das Wohlergehen
und Glück der anderen, Vater, vergib.

Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen,
Heimatlosenund Flüchtlinge, Vater, vergib.

Die Entwürdigung von Frauen, Männern und Kindern
durch sexuellen Missbrauch, Vater, vergib.

Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst
zu vertrauen und nicht auf Gott, Vater, vergib.

Seid untereinander freundlich, herzlich 
und vergebet einer dem anderen, 
gleichwie Gott euch vergeben hat 
in Jesus Christus. (Epheser 4,32)

Amen.

Sunday, 27 November 2016

Wo warst du?


Zweite Videoauskopplung zum Gedicht "wowarstdu?" aus meinem neuen Lyrikband "ganzendent", welcher am 17. Februar 2017 beim Brot und Kunst Verlag veröffentlicht wird.

Video/ Schnitt/ Musik: C-y (Cane Harry)


wowarstdu?
von Simon F. Geiger 

 der nach dir suchende Blick geht ins Leere
 der dich Bergenwollende sieht dich nicht mehr
 vor IHM geflohen als ob ER Nichts wäre
 fürchtest du heute Sein zorniges Heer

 und verbirgst dich im Dunkeln in den schattigen Ecken
 versteckst du dein strahlendes Antlitz vor IHM
 und doch hoffst du heimlich: "Möge ER mich entdecken"
 und deinem Erwarten entsteigt ein: "ELOHIM!"

 und ER hört hin und sieht dich geknickt und gespalten
 verletzt und leis wimmernd im eigenen Blut
 in Tränenflüssen wirst du von IHM gehalten
 ER tröstet dich flüsternd: Alles wird gut!

 ER findet das Schaf von der Herde verloren
 und sucht auch nach dem der sich selber verstieß
 ER findet dich denn dich hat ER erkoren
 ER war niemals fort da ER dich nie verließ...

Sunday, 20 November 2016

G A N Z E N D E N T



rundumwunderbarumwunden
bedingungslos geliebt verbunden
angstüberwindend auf vertrauen
grundverwurzelt brücken bauen


himmelheimweh herzschlagnah
pulsierend strömend immerdar
im anbeginn der goldnen zeit
wird eingeengtes ewig weit


Foto & Text: Simon Felix Geiger | Gestaltung: Marc J. Hofmann

Durchhalteparolen


  das Du ist meine Hoffnung, meine Rettung, 
  das Ich kennt nicht einmal sich selbst... 

Sonntagsgedanken: Kein Mensch ist dem Andern ein Richter. Sanftmut, Vertrauen und Herzenswärme sowie enge Bindungen sind lebensnotwendig. Du kannst deinen sanften Gefühlen vertrauen. Verliere niemals dich selbst. Du musst Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen. Es hilft nichts. Du darfst Fehler machen. Du musst nicht perfekt sein. Sei ehrlich, sanft und weich. Habe keine Angst vor der Welt. Lass dich nicht von deinen Ängsten bestimmen. Sprich Klartext und lüge dir nicht in die eigene Tasche. Perfektionismus ist Quatsch. Gib dein Bestes. Achte auf dich. Wenn es dir zu viel wird, schone dich wo es geht. Nimm Hilfe in Anspruch, wenn du sie brauchst. Du darfst scheitern, doch stehe immer wieder auf!

Tuesday, 1 November 2016

Resonanzsuche


Erste Videoauskopplung zum Gedicht "resonanzsuche" aus meinem neuen Lyrikband "ganzendent", welcher am 17. Februar 2017 beim Brot und Kunst Verlag veröffentlicht wird.

Video/ Schnitt/ Musik: C-y (Cane Harry)


Resonanzsuche 
von Simon F. Geiger 

meine Hand greift hinüber
fremder Handgriff ins Leere
ich such immer weiter
als ob da was wäre

ich suche und suche
mit der Zunge im Staub
zerkau ich die Körner
vor der Tür zerfällt Laub

Sehnsucht auf Feldern
in einem zu feinen Kleid
Schrei nach Gott nach den Eltern
nach mehr Liebe und Zeit

still meinen Hunger
erhör mein Gebet

alles ist Werden
alles vergeht