Monday, 18 September 2017

Gnadenboden & Gutwerkbaum

Demut heisst: am Boden Liebe üben. Im Alltag. Im Einfachen. In der Bewältigung des Alltäglichen, des Unaufgeregten. Bedeutet auch Buße tun. Buße bedeutet: Umorientierung und Umkehr. Heisst: Sich umwenden - und sich umwenden lassen. Hinein in die Erkenntnis, hinzu auf die Bedeutung des Kreuzes - wo sich alle Schuld und Sünde der Welt hinein manifestiert (hat). Das Kreuz ist sozusagen die "Schlangengrube", der "Schlund Mordors", der Sog des Bösen, die Kraft der schwarzen Löcher, der Sog der dunklen Kräfte, das Schwarz des Nichts, usw. Hierhinein haben sich alle Teufelskreise und Hexenzirkel, alle dunklen, falschen Stimmen und Schlangenworte und Flüche und zerstörerische, depressive, einengende Gedanken, Verhaltensweisen und dämonisch-schwarze Umklammerungen, die sich "wie ein Strudel destruktiver Anbahnungen gebildet hatten" und "im Umlauf gewesen sind", hinein zementiert und alles in sich aufgesogen. Doch das war nicht das Ende, sondern dieses Ende war der Anfang eines Neubeginns. Jesus ist aus dem Dunkel wieder ins Licht gekommen: in neuer Gestalt. Es hat also eine Umwandung stattgefunden und auch hier ist interessant, dass er nur den Menschen erschienen ist, sofern ich mich nicht täusche, zu denen er auch davor schon Beziehungen (!) pflegte und die von IHM berührt worden sind - auf einer Tiefenschicht = Agapeebene.

"Und das Licht scheinet in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht begriffen."
(Joh 1, 5). Durch die Erlösertat von Gottes Sohn Jesus Christus hat sich alle Dunkle Energie - alle ungünstigen Anbahnungen und Entwicklungen - sozusagen voll und ganz auf ihn "eingeschossen" und damit auch all diese unguten, destruktiven, teuflischen Anbahnungen in den Abgrund gerissen und sozusagen verschlungen. Und Jesus ist Gott und Gott ist Der da war und Der da ist und Der da kommt. Heißt: Alles in Allem. In jedem Falle hat sich im Kreuz das Böse auf Gottes WORT (Jesus Christus, WORT im Fleisch) gestürzt. Jesus Christus wurde über den menschlichen Weg vollkommen Gott bzw. er war und ist und wird immer göttlich sein, da er tatsächlich DER SOHN Gottes (und somit auch in GOTT selbst) ist und auch der heilige Geist aus diesem "Dreiklang der ineinander verschränkten Liebe" ausfliesst: Gemeinschaft und Liebe und Gnade und Leben dem Empfangenden in Fülle spendend "Wer Ohren hat zu hören, der höre"! Bedenkenswert ist der Gedanke der Vervollkommnung zu der wir als Christen auf jeden Fall berufen sind. Heisst: Wir sollen zum Haupt hin wachsen (bezieht sich auf Gemeinden wie auch auf den Einzelnen in der Gemeinschaft). Heisst auch: Stelle dein Licht nicht unter den eigenen Scheffel. DU BIST FREI. Deine alte Identität hängt bereits am Kreuz hinter dir, wie ein alter, verschimmelter, abgetragener Mantel. Du hast die neue Identität, dein weißes Gewand bereits vor Augen und wächst in dieses helle" Regenbogen-Feudenkleid" - durch das Gesetzt (Lehren, Zurechtweisungen, Hinweise, Tipps, Gespräche, Anregungen, usw.) - in das Kreuz hinein wachsend und schlussendlich durch diesen Nachvollzug des Leidens Christi hindurch - hinein in diese neue, werksunabhängige Gnadenidentität hinein. Aus der sich dann widerrum, durch das "Anziehen der Gnade" (warmer Mantel der Geborgenheit, eingehüllt und ummantelt von fein gewobener Liebe) die wahrhaftig, nicht aus sich selbst heraus gemachten, sanft und dienend empor wachsenden, sich hingebenden, lebendig-herzensgute (Jesu-)Werke.


Während die Logik des Fleisches und der Welt vielleicht von Jesus als "einem vorbildlichen Menschen" spricht und ihn gleichsetzt mit einem Meister wie Buddah, oder wie Mohammed oder wie Andere, so bekennt und bezeugt der Glaube an Jesus (= die inwendige Verbundenheit mit Jesus und seiner Liebe, die uns durchströmen möchte (aber auch Niemanden zwingt, IHN einzulassen = Jesu/ Gott respektiert den freien Willen des Menschen), dass Jesus auferstanden ist und immer noch lebendig und heilspendend wirkt. Jesus Christus ist weiterhin erspürbar, lebendig in der Begegnung mit dem Transzendenten als ELOHIM, als Gott erfahrbar und möchte Beziehung zu uns. Und so ist es tatsächlich so, dass wir wieder (und immer wieder neu) unsere "Empfangsantennen" auf IHN ausrichten können und dürfen (sofern wir Empfangen wollen = kein Zwang!) und sollen. Denn: Das Gesetz, also das was im alten Testament als "Zuchtmeister" gemeint ist, ist sozusagen ein Lehrer/ eine Lehrerin, welches uns hinführt - hin auf das Kreuz und auf Jesus Christus. Und wenn wir diesen Punkt, diesen Wendepunkt der Geschichte, das Kreuz, in uns erspüren und uns daraufhin ausrichten und uns hin auf diesen Punkt hinführen lassen und selbst ausrichten und "heranziehen" lassen im Nichtmehrwollen und Nichtmehrbegehren und im einfachen Loslassen und Seinlassen und Offenwerden, dann geschieht Jesus durch uns hindurch: Sprich: Die Demut zieht die Gnade an. Und diese Gnade widerrum befreit uns! Sie kommt "wie ein warmer Mantel" und legt sich um uns. Wie eine Geborgenheit. Wie ein warmes, weiches "Walfischbauch-Gebettetsein". Im Nichtmehr-Von-sich-fort-schiessen oder sich Hinfortziehen lassen - von sich Selbst - in diesem alten, bereits vergangenen und doch noch wirkenden "System des Gesetzes" (= des Zuchtmeisters = Widersachers = Widerstandes = Wachstumshelfers im Blick hin aufs Kreuz und fort von Selbstoptimierungszwängen und Versagensängsten und Begehrenswünschen = herausgehoben aus dem was uns nichtig, niederzwingt und eingengend kleinpresst) finden wir in dem Maße zu uns selbst, wie wir über uns Selbst hinaus kommen. Wenn wir also unser eigenes Leben ganz aufgeben und es hingeben und hineinfinden in dieses Loslassen und Empfangen, dann kehrt DAS WORT in uns ein und dann sind wir - als Abschluss dieses Umwandlungs- und Umkehrungs- und Umschmelzungsprozesses - tatsächlich (aufgrund eigener Erfahrungen!): eine neue Kreatur in Jesus Christus - und frei! Amen.

Und auf diesem Gnadenboden, der jenseits des Gesetzes bereits da ist, beginnt der Glaube zu gedeihen und zu wachsen und bringt "gute Früchte" wie ein "Gutwerkbaum" hervor. Die eben nicht mehr aus dem menschlichen Machenwollen heraus gemacht werden müssen (grob: du musst!), sondern die aus und in und durch und mit uns - durch Jesu Liebe in unserem flammenden, neuen "aktiviertem" Herzen - aus diesem herzüberfliessenden Reichtum heraus - aus Gnade - geschehen und wirken und blühen und wachsen und gedeihen und heilen und befreien und wirken und wirken und wirken. Das ist Lebensfülle und blühendes Leben. Sozusagen: Das Leben 3.0!  Und eben nicht Selbstoptimierungswahnsinn und "Ich schaffe es selbst, lass mich" oder "Ich bin zu stolz mit Hilfe zu suchen" oder "Ich mache es aus mir heraus", nein - es ist dieses - nicht immer einfach zu realisierende - Empfangen und Geschehenlassen ohne die Kontrolle behalten zu müssen, sondern vielmehr "Flow" und Loslassen und in dieser demütigen Haltung (die nicht! aus sich selbst heraus aus dem menschlichen Fleisch heraus selbst gemacht werden kann!): Gnade!


Und so bleiben: Glaube Liebe Hoffnung. Und alles führt hinein in diesen tiefen inneren Frieden. In ein inwendiges Schalom. Hier schon erspürbar und erfahrbar und immer raumgreifender werdend, und doch weiterhin noch als Fragment im Ganzwerdend der letzten Vollendung - durch IHN - end-gegen. Weit ausgestreckte, helle, heile, uns kennende, uns liebende, gnadenvolle Hände und Arme warten auf uns! Jesus Christus: ER trägt. ER löst. ER rettet. Lasst uns weiter Liebe und Demut und Sanftmut am Boden üben. Und es nicht weiter selber machen wollen. Ohne Jesus können wir nichts vollbringen. ER ist das A und das O. Das Wirken lebendiger, lebensbefähigender, beziehungsreicher Liebe und Gemeinschaft. Halleluja und Amen.

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