Sunday, 24 September 2017

Der barmherzige Vater als Hoffnung der Menschheit

Die Ermangelung barmherziger Vaterfiguren
über die zurückliegenden Jahrtausende, von 
Männern, die ihr Mannsein nicht herrschaftlich
überlegen, sondern liebevoll, sanft und zärtlich -
in Schwäche wie Stärke - kraftvoll leben konnten,
(weil die Zeit womöglich noch nicht reif war und noch der
"überlegene Herrscher" & Patriarch gefragt war)
kommt womöglich auch in der tief verwurzelten
Sehnsucht nach einem "barmherzigen Vater" im
Himmel zum Ausdruck. Der Wunsch und die
Sehnsucht nach einem gütigen, sanft gnädigen,
verzeihenden, liebevollen, gutmütig-zärtlichen
und gerechten Vater findet in der Hoffnung auf
den "guten Vater im Himmel" ihre Entsprechung.


Wir - als gefunden und neu gewordene, aus dem
Alten heraus "von oben her" auf das Kreuz hin
umgeschmolzene, zu Christi Leib gehörende
sowie Jesu Christus vor unseren Mitmenschen
bezeugende - Christen bekennen und glauben,
im Sinne von: vertrauen, auf diesen Vater,
dem wir diese (oben genannten) Eigenschaften
zu recht zuschreiben. Inwieweit allerdings
im Laufe der Zeit patriachale Denkmuster
in diese Überlegungen mit eingeflossen sind,
müssen Experten aus Theologie, Philosophie,
Geschichte usw. klären (vermutlich gibt es
diesbezüglich auch schon mehr als genug
Forschung...). In meinem Gedicht "trauer-
trümmer" spreche ich darum ganz bewusst
von "Vater Mutter Tochter Sohn" sowie von
einem "beziehungsreichen Liebesstrom", da
das - für mich - vielmehr den Kern der
biblischen Botschaft (nicht im wortwörtlich
verstandenen Sinn) trifft: Wir haben eine
himmlische Familie und die muss doch,
so glaube ich zumindest, vielfältig, bunt und
auch geschlechter- sowie generationen-
übergreifend sein. Die christliche Rede von
"Vater Sohn und heiliger Geist" (und bei den
Katholiken die Mithineinnahme von Maria als
Mutter Gottes) schreibt diesem liebevollen
Gott vor allem eines zu: Beziehungsfähigkeit;
sprich: Die Fähigkeit Beziehungen einzugehen
sowie die Kompetenz, in und mit diesen Beziehungen
in Hoffnung, Liebe und Glaube zu wachsen! Die Welt und der weltlich orientierte Mensch kennen heutzutage oft vor allem: Isolation, kurzfristige “Beziehungen“, Facebook (statt Face-to-Face), Unfähigkeit sich (auf Grundlage von Vertrauen und Versprechen) auf Dauer an eine Partnerin/ Partner zu binden, etc. Diese eklatante “Beziehungslosigkeit unserer Zeit“ steht im krassen Widerspruch zum lebenschenkenden, Beziehungen fördernden, herzüberströmenden Gott:
Elohim! Der lebendige Gott!

Das kann also unser Orientierungspunkt sein in allen
Irren und Wirren dieser Zeit: Wo die Beziehungs-
fähigkeit, das Zusammenleben, das gemeinsam
in Freud wie Leid (!) Zeit verbringen, gedeiht,
da ist Gott, da ist Jesus mit und unter uns. Wo 
Streit und Zank und Eigennutz herrschen und jede
und jeder zum eigenen Herrscher und Kämpfer im
"aufeinander einkeulen" wird, da stinkt es bis zum
Himmel! Doch auch da gilt: Gottes Gnade ist
so weit über unserem Denken und Verhalten und 
Sprechen und somit ist auch Gottes Gnade viel 
umfassender und weiter reichend, als wir sie uns
je vorstellen könnten. Wir sind: Menschen. Und
wir können - wieder einmal - umkehren & zurück:
auf DEN WEG DIE WAHRHEIT und immer neu
hinein in DAS LEBEN! H-ALLE-LU-JA! Amen

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